| Transalp Challenge 2001: 1. Etappe |

Intro
1. Etappe: Strecke Rennen
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2. Etappe: Strecke Rennen
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3. Etappe: Strecke Rennen
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4. Etappe: Strecke Rennen
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5. Etappe: Strecke Rennen
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6. Etappe: Strecke Rennen
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7. Etappe: Strecke Rennen
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8. Etappe: Strecke Rennen
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Official Website: Veith Marketing
Es geht los...
Wie in den letzten beiden Jahren haben wir das Wetterglück auf unserer
Seite. Hatte Petrus bis gestern noch seine Schleusen über Mittenwald
geöffnet, so blinzeln bereits vor dem Start die ersten Sonnenstrahlen
durch vereinzelte blaue Lücken am Firmament.
11 Uhr: es herrscht hektische Betriebsamkeit, die letzten Taschen werden
im LKW verstaut (unsere stehen bereits in Reith, dem heutigen Zielort), der
Stand von Powerbar ist der am stärksten frequentierte, die ersten Teams
versuchen sich vorne in der Startaufstellung zu positionieren und werden umgehend
von Mike, dem Transalp-Controller, zurückgepfiffen. Aufgestellt wird
sich nach Startnummern, mit den Favoritenteams ganz vorne.
Wir reihen uns (wie im Laufe des Rennenstäglich) als allerletze ein.
So ist zumindest gesichert, daß wir mehr überholen werden als umgekehrt.
Eigentlich sehen wir die Transalp Challenge lediglich als eine harte, einmal
nicht selbst organisierte Alpenüberquerung an, aber irgendwie steckt
das Rennfieber auch uns an. Um uns herum wird über den ein oder anderen
Marathon diskutiert, die persönlichen Trainingskilometer, das Streckenprofil
und andere Belanglosigkeiten.
Letzte Stretchübungen. Plötzlich kommt merkliche Nervosität
auf, auch wir schrauben etwas an unseren Bikes herum - eigentlich sinnlos,
aber es lenkt ab. Einige sind richtig in sich gekehrt.
Wie werde ich mich meinem Partner verstehen ? Schließlich sind wir
zuvor
erst ein klitzekleines Toürchen am Gardasee miteinander gefahren und
haben keinen einzigen Km trainiert. Das einzige, was ich von ihm weiß
ist, daß er technisch stark ist und im Downhill eine Kanone. Sein Vater
hat mich
gewarnt, daß er loslegen wird wie ein Irrer um später einzubrechen.
Na ja,
werden wir ja sehen, dann zügle ich seinen Übermut halt etwas. Er
dürfte
noch wesentlich unfitter sein als ich, da er heuer wegen seines Schulabschlusses
noch nicht ein einiges Mal auf dem Bike unterwegs gewesen ist. Bei mir sind's
wenigstens 200 Km auf Gomera und im Voralpenland gewesen, aber trotz der Vorbereitung
auf die anstehende Fußballsaison fühle ich mich alles andere als
wirklich gut präpariert für das härteste MTBike-Rennen der
Welt.
Bei uns wird letztendlich doch wieder nur der olympische Gedanke zählen.
Dabei sein (und durchzukommen) ist alles, von citius, fortius, altius keine
Spur !
Der Countdown zum Start läuft - noch 10 Minuten. Gerd Rubenbauer führt
noch ein paar Interviews mit den Spitzenfahrern - die Anspannung wächst,
es knistert in der Karawane wie vor einem hetigen Sommergewitter, das unmittebar
vor seiner Entladung steht. Parallelen zum Start in der Formel
1 sind nicht von der Hand zu weisen, jeder wartet auf das Go, die grüne
Ampel, den Startschuß, der 373 Teams auf ihren Leidensweg schicken wird.
"Never give up", eine meiner Meinung nach sehr gelungene Kombination
aus Reggaerhythmen und Rap, ist der neue TC-Song, ein Motto, das sich für
uns bereits früher als befürchtet bewahrheiten wird !
Dann ist es soweit: "Highway to hell" schallt wie bei jeder Etappe
aus den
Lautsprechern, fast alle Teams führen das gleiche Ritual durch und klatschen
ihre Partner reihenweise ab, denn sie werden schließlich (bis auf wenige
Ausnahmen) die nächsten 8 Tage unertrennbar vereint sein.
Kollektives Einklicken und los !!!
Wir rollen als letzte durch den Startbogen, aber die Begeisterung seitens
der den ersten Kilometern säumenden Zuschauern schlägt auch uns
entgegen (es werden sicherlich wieder ein paar tausend gewesen sein). Sie
macht uns richtiggehend euphorisch, keine Zweifel, ob wir das Ziel in Riva
erreichen werden, keine Bedenken bezüglich der langen Teerstrecke im
Zillertal oder den Tragepassagen übers Steinberg- oder Pfitscherjoch.
Alles plötzlich wie weggewischt.
Das Anfangstempo ist brutal. Anscheinend wollen alle das Rennen auf der
ersten Etappe entscheiden. Wir kommen kaum hinterher, ein solcher Beginn
überrascht uns doch etwas. Umso erfreulicher, daß sich nach Scharnitz
beim ersten Uphill keine Spur von Staus oder Chaos bildet. Ist das große
Feld etwa cleverer geworden oder sind heuer einfach alle nur fitter als die
letzten Jahre ? Im Nachhinein läßt sich feststellen, daß
letzteres auf jeden Fall zutreffend war.
Auf den ersten Steigungen zeigt sich bereits, daß Marc und ich zwei
völlig verschiedene Fahrstile besitzen. Während er von eine Gruppe
zur nächsten springt und ständige Tempowechsel einbaut, suche ich
nach meinem gleichmäßigen Rhythmus, den ich stundenlang durchziehen
kann.
Anfangs versuche ich ihm noch zu folgen, merke aber allzu schnell, daß
ich seine Fahrweise nicht lange durchhalten werde und besinne mich wieder
auf meinen eigenen Tritt. Interessanterweise entwischt mir mein Partner niemals
außer Sichtweite und letzlich kommen wir sogar gemeinsam am Hochalmsattel
an.
Eine ganze Menge Teams liegen schon hinter uns, gezählt haben wir sie nicht, aber 5 müßten es mindestens sein. Eine kurze Verschnaufpause und dann stürzen wir uns in den ersten Downhill. Wie erwartet sind die technisch anspruchsvolleren Teilstücke unser größter Trumpf und wir stechen gleich auf dem ersten, nicht besonders anspruchsvollen Trial das Johannistal bergab.
Doch dann passiert's ! Bei einem Überholmanöver platzt mir der
Schlauch und unterbricht unsere Abfahrtseuphorie jäh. Wir verlieren wertvolle
Minuten und nehmen das Rennen einige Plätze weiter hinten wieder af.
Weil der Originalweg am Ausgang des Johannistales abgerutscht ist und wir
eine Schottervariante einschlagen, verkürzt sich die von uns so ungeliebte
Asphaltpassage zum Abzweig zum Plumsjoch ein wenig.
Hier zeigen sich unsere wahren Schwächen.
Auf Teer haben wir gegen die zahlreichen Straßenfahrer nicht den Hauch
einer Chance, sie ziehen an uns vorbei wie wir an den wiedenden Kühen
des Ahornbodens. So verlieren wir weiter an wertvollem Boden, den wir uns
bei der wenig schwierigen Auffahrt zum Plumsjoch leider nur teilweise
zurückerobern werden.
Wir harmonieren schon überraschend gut, ich erzähle Marc etwas
über die Streckenfindung, was er mit Geschichten von seinem Vater ergänzt.
Etwa 3 Monate im Jahr verbringt Uli damit, Streckenalternativen für die
TC zu recherchieren (inklusive Schlechtwetter- und Ausweichvarianten). Da
ich ihm dabei beratend zur Seite stehe kenne wir natürlich fast jeden
Zentimeter der Strecke und können uns so unsere Kräfte ideal einteilen.
Das Plumsjoch ist schnell erreicht und es beginnt der Rutsch auf losem Geröll
zum Achensee hinunter.
In einer Kehre wartet ein Amerikaner auf seinen verschreckten Kollegen, ich
grüße flüchtig, bin dadurch einen klitzekleinen moment unaufmerksam
und geh zum ersten Mal auf Tuchfühlung mit dem nicht gerade weichen
Untergrund.
Der Sturz endet für mich harmlos, aber nach Erreichen der Talsohle stellt
er sich als kollossal für mein Schaltauge heraus. Komplett verbogen läßt
es nur mehr 3 Gänge auf dem mittleren Kettenblatt zu. Ideale Voraussetzungen
für das anstehende ebene Stück entlang des Inns. Zu allem Überfluß
sprint die Kette auch noch wenn ich Druck gebe, so daß der Weiterweg
für uns zur Rolletappe wird.
Ich weiß nicht exakt, wieviel Zeit wir dadurch verlieren, aber es langt
gerade noch für den 215. Platz. Ich spüre die Entäuschung meines
Partners, der aber kein Wort des Vorwurfs verliert. Immerhin sind wir heil
angekommen und ich vertröste ihn mit Sprüchen wie "das Rennen
ist noch sehr lang, da kann noch viel passieren" und "unsere starken
Etappen kommen erst in der zweiten Hälfte".
Marc's Groll läßt sich ein wenig besänftigen und ist spätestens
bei der Pastaparty lämgst verflogen. Noch die Bilder des Tages reinziehen
und dann
geht es ins Hotel. Wir sind stolz dabei zu sein und freuen uns auf die weiteren
Herausforderungen, ehe wir beginnen von den Trails in den Dolomiten und dem
Ziel in Riva zu träumen...