| Transalp Challenge 2001: 2. Etappe |

Intro
1. Etappe: Strecke Rennen
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2. Etappe: Strecke Rennen
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3. Etappe: Strecke Rennen
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4. Etappe: Strecke Rennen
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5. Etappe: Strecke Rennen
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6. Etappe: Strecke Rennen
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7. Etappe: Strecke Rennen
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8. Etappe: Strecke Rennen
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Strecke: hier clicken
Official Website: Veith Marketing
Der Apshalt- und Tragemarathon
Punkt 6 Uhr fährt es uns durchs Gebein - die Dorfglocke von Reith reißt
uns aus dem Tiefschlaf. Kirchenwirt - natürlich ist der direkt neben
dem Gotteshaus der Gemeinde angesiedelt. Das hätten wir uns ja auch vorher
denken können ! Da wir aber schon mal wach sind werden die Muskeln kurz
auf Funktionsfähigkeit geprüft (Test problemlos bestanden) und schnell
die Startnummer und der Zeiterfassungsresponder auf mein Hardtrail übertragen.
Dehnen und ein üppiges Frühstück stehen an, bevor Marc unsere
Taschen zum Gepäck-Shuttle bringt. Ich Idiot hab in der morgendlichen
Hektik vergessen, ihm den Namen unseres nächsten Hotels mitzugeben, was
sich noch rächen sollte !
Das Ersatzrad wird mit dem BIKE-Bus vorausgeschickt (an dieser Stelle nochmal
vielen Dank an Jochen !!!), dann steht die längste Etappe der diesjährigen
TC an. Wieder rollen wir als allerletzte aus Reith hinaus und gehen die ersten
giftigen Steigungsprozente ganz gemütlich an, da uns das Nadelöhr
am Alpbachtaler Höhenweg ohnehin in den Stau zwingen wird.
Wir fotografieren und filmen lange, so daß wir nunmehr abgeschlagen
das Feld von hinten aufrollen können. Die kuppierte Streckenführung
durchs Alpbachtal ohne jegliche Schwierigkeiten liegt uns gar nicht, wir stellen
aber zumindest wieder den Anschluß ans Hauptfeld her, mit dem wir zusammen
Richtung Steinbergjoch kurbeln.
Kurz hinter der gleichnamigen Alm ist dann wieder jeder auf sich allein gestellt,
es heißt das Bike bis zur Paßhöhe hochzuschleppen. Wir machen
unsere erste Pause bereits zu Beginn um ein paar Bilder auf Zelluloid zu bannen
und werden abermals nach hinten durchgereicht. Ein paar Minuten (und Meter)
später helfe ich einer recht schwächlich aussehenden Maid beim Tragen
(sie sollte und später im Zillertal gnadenlos verseilen !!!!).
Den Wiesensattel erreichen wir noch ohne kräftemäßige Probleme.
Da wir mittlerweile wieder weit zurückgefallen sind, müssen wir
den anschließenden Trial praktisch komplett schieben, da das hintere
Feld fahrtechnisch einfach zu schwach ist. Doppelt ärgerlich, da wir
den schmalen Steig fast vollständig fahren könnten und da neben
der verlorenen Zeit auch der Spaß auf der Strecke bleibt.
Auf der folgenden Schotterabfahrt ist Marc voll in seinem Element. Einerseits
durch das bessere Material (er blieb heute bei seinem Fully), andererseits
auch durch seine ausgefeiltere Downhilltechnik (und vielleicht auch auf Grund
seiner jugendlichen Unbekümmertheit) rast er mir uneinholbar davon. 82
Km/h auf Schotter, selbst mit meinem Fully hätte ich da keine Chance
gegen ihn !
Im Vorbeiflug erkenne ich die Lärche, die mich im Vorjahr bei einem heftigen Sturz vor bösen Verletzungen bewahrt hatte. Obwohl ich wirklich alles gebe wartet Marc bereits ungeduldig im Talboden des Zillertals auf mich. "Wo bleibst du denn so lange ?" tönt er nicht ganz unbegründet und zeigt mir seine Stoppuhr, die beweist, daß er mir 2.36 Minuten abgenommen hat. Das sind Welten auf einem Abfahrtsstück von ein paar Km Länge. Ich grüble noch über die Hintergründe dieses außergewöhnlich großen Abstandes nach, aber Marc versichert mir, daß er bei der Zeitmessung nicht betrogen hat.
Schließlich finde ich mich damit ab (was beibt mir auch anderes übrig
???), denn nach der Kontrollstelle hinter Stumm gilt es das wohl für
uns unangenehmste Stück der ganzen TC zu bewältigen.
45 Km auf geteerten Nebenstraßen durchs Zillertal und in den Zemmgrund.
Glücklicherweise finden wir eine Gruppe Holländer, mit denen es
Spaß macht Windschatten zu fahren und mit deren Hilfe wir im 30er-Schnitt
Mayerhofen entgegenfliegen.
Die ersten Paarungen schieben sich bereits kurz darauf an uns vorbei und auch
das Tempo der Holländergruppe (natürlich Straßenfahrer !)
ist von uns nicht mehr zu halten.
Jetzt folgt das Teilstück, das ich von früheren Alpenüberquerungen her hassen gelernt habe. Von Ginzling bis zum Schlegeisspeicher, stets merklich bergan auf einer nicht enden wollenden Asphaltpiste. Jeder von uns kämpft mit sich und dem Berg. Beinahe im Minutentakt ziehen die Konkurrenten an uns vorbei. Wir haben einfach nicht die Kraft die höheren Gänge über längere Zeit zu drücken und fragen uns erstmals nach dem Sinn dieses Rennens. Was hat das mit MTBiken zu tun ???
Es kommt wie es kommen mußte: 4-5 Km vor dem Schlegeisspeicher haben
wir fast gleichzeitig einen Burnout. Nichts geht mehr. Wir machen 20 Minuten
Eß- und Trinkpause, während weiterhin zahlreiche Teams (wohlvergnügt
wie es scheint) an uns Anti-Straßen-Pedalrittern vorbeitreten. Irgendwie
ist das wie ein schlechter Film, in der wir eine noch üblere Nebenrolle
spielen. Trotzdem müssen wir da durch aber die letzten 4 Km bis zur Domenikushütte
am Seeufer ziehen sich weiterhin wie Kaugummi, selbst als wir die Staumauer
erstmals zu Gesicht bekommen niommt das Asphaltband noch längst kein
Ende.
Als uns der letzte Tunnel entläßt und wir endlich das Türkisblau
des Stausees sehen fällt uns ein wahrer Stein vom Herzen - unsere Horrorpassage
liegt hinter uns !
Noch kurz zuvor vergeblich gesuchte Kraftreserven werden wie selbstverständlich
reaktiviert und im Speedrausch geht's zum Südende des Sees mit der nächsten
Verpflegungsstation. An diesem Abschnitt läßt sich gut ablesen,
welche wichtige Rolle die Psyche bei einem solchen Rennen spielt.
Wir freuen uns wie kleine Kinder endlich wieder Schotterunter unseren Grobstollern
zu spüren und versuchen anfangs noch jeden fahrbaren Meter auf dem bald
verblockten Steig zum Pfitscherjoch auszukosten. Nach einigen Hundert Metern
geht aber auch für uns nichts mehr, schieben und später tragen ist
angesagt. Obwohl wir schon ziemlich ausgelaugt sid, macht uns diese Passage
wesentlich weniger aus, als vielen unserer Leidenskollegen.
Ich denke wieder zurück an meine erste Alpenüberquerung übers
Pfitscherjoch, als wir die italienische Grenze bei Schneeregen erreichten
und uns in die hoffnungslos überfüllte Hütte flüchteten.
Wenigstens haben wir diesmal schönes Wetter und angenehmere Temperaturen.
Wir geniessen die wenigen fahrbaren Meter am Pfitscher Boden, auch wenn treten
stärker an den Kräften zehrt als schieben.
Die Abstände zu unseren Verfolgern werden größer und diejenigen
vor uns sind schon zum Greifen nah. Offenbar haben die wesentlich größere
Probleme mit der Tragepassage als wir.
Man kann deutlich zwischen denjenigen unterscheiden, die solches Geläuf bereits einmal mit dem Bike bewältigt haben (sie nhmen ihren Untersatz nämlich wie ein Joch auf den Rücken und verändern damit nichts am Körperschwerpunkt) und denjenigen, die recht unbeholfen und strapaziös ihre Boliden von Stufe zu Stufe hinaufwuchten und mit 180 Puls dem weithin sichtbaren Ziel entgegenkeuchen. Da wir zu den ersteren gehören kommen wir gut voran, überholen noch etwa 10 Teams per pedes und stürzen uns nach einer kurzen Filmsequenz am Grenzübergang Richung Wiesen ins Tal.
Ein kurzes Duell gegen ein weiteres Team (das wir verlieren) und die letzten
Trailmeter geleiten uns auf das Sportgelände von Wiesen. Geschafft !
Die längste je von uns per MTBike gefahrene Tagesetappe liegt hinter
uns, zwar mit einigen Problemen, aber Hauptsache wir sind unverletzt angekommen.
Allerdings sollte sich unser heutiger Marathon noch etwas fortsetzen, da sich
unsere morgendliche Nachlässigkeit bei der Taschenabgabe noch rächen
sollte.
Die liegen nämlich noch in Sterzing, 8 Km von unserem Hotel entfernt
! Wir halten Kriegsrat und entschließen uns erst einmal zu duschen und
die Problematik des Taschenholens später anzugehen. Ein weiterer verhängnisvoller
Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
Gegen 20.30 Uhr haben wir den Hotelbesitzer davon überzeugt mich kurz
nach Sterzing zu fahren um unsere Sachen zu holen. Dies stellt sich allerdings
als weit komplizierter heraus, als zunächst angenommen. Ich finde die
Taschen in ganz Sterzing nicht, mein Taxi hat irgendwann die Schnauze voll
und macht sich ohne mich auf den Heimweg und ich irre völli planlos rund
um den Zwölferturm umher.
Schließlich werden die Taschen doch noch im Camp aufgestöbert (wo
ich 2 Stunden vergeblich gesucht hatte), allerdings waren sie unter einem
Berg an Wäsche begraben, so daß sie nicht auffindbar waren.
Gut Ding braucht Weile ?!?! Nachdem das letzte Shuttle um 23.00 Uhr abgefahren
ist muß ich mir für 100.- einen Linienbus chartern, der mich letztendlich
völlig erschöpft zu unserem Gasthof bringt. 23.23 Uhr, noch nichts
Richtiges gegessen und in stinkenden Klamotten steh ich im Türstock
unseres nicht gerade geräumigen Kämmerchens.
Marc schaut mich nur irritiert an aber mein Blick verbietet ihm einen blöden
Kommentar. Lautlos verschwinde ich in der Duschkabine. Weit nach Mitternacht
haben wir Schlaf gefunden....