Transalp Challenge 2001: 3. Etappe
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1. Etappe: Strecke Rennen Story
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Der Anstieg zum Pfunderer Joch im Winter


Pfundererjoch 23.07.01


Pfundererjoch 23.07.01


Pfundererjoch 23.07.01

 

Von Sterzing übers Pfundererjoch nach Brixen
68,10 Kilometer und 2.318 Höhenmeter

Bilder der Karawane beim Pfundererjoch (ganz frisch!)
Fotos by Lorenz Psaier

Der Reporter (Lorenz Psaier) erzählt:

Wie steil war der Anstieg?
Der Anstieg war einer von der herben Sorte. Länger Abschnitte mit Steigung von > 18% und keine einziges ebenes Stück zum erholen.

Alles fahrbar bergauf?
Bis auf die lezten 200 hm wäre alles fahrbar. Aber den meisten steckte noch die sehr lange Etappe vom vorderen Tag in den Knochen und die grosse Masse des Feldes schob schon bei 1900-2000m .

Wie war das Wetter?
Postkartenmässig.

Wie war der Trail bergab?
Firngleiter wären recht praktisch gewesen. Teilweiser schwieriger Trail, aber super Panorama und alles fahrbar (ausser im Schnee, aber ich und mein Freund fuhren auch dort (Note der Redaktion: viele Challenger nicht).

Pannen von Challenger?
einige Platten sonst nicht viel gesehen.

Nasse füße?
Nur wer Gummistiefel und Gletscherschuhe anhatte, wird trockengeblieben sein.
Es vereinfachte aber die vielen Flussüberquerungen. Man war sowieso total nass und man musste nicht eine günstige Furt suchen, um trocken rüber zu kommen.

PS. Mein HAC4 liegt irgendwo auf der Abfahrt vom Pfundererjoch. Ist vom Lenker geflogen.
Also, wer ihn findet, bitte hier melden!

 

Sterzing/ Brixen (mvm) - Bei strahlendblauem Himmel verließen die nunmehr 720 Alpenüberquerer (744 waren ursprünglich in Mittenwald gestartet) heute morgen um 8.00 Uhr die wunderschöne Sterzinger Altstadt und machten sich auf den Weg zu einer neuen Herausforderung: Den höchsten Pass der 4. adidas BIKE Transalp Challenge, das 2.568 Meter hohe Pfundererjoch, zu erklimmen. "Dort erwartet Euch morgen Schnee", hatte Streckenchef Uli Stanciu am Abend vorher gesagt. "Ihr werdet in diesem Streckenabschnitt wieder laufen müssen. Und trotzdem wer-det Ihr den unglaublichen Ausblick auf den Gletscher des Hochfeiler genießen." Und der "Schinderhannes", wie der Streckenpapst von den Transalpteilnehmern scherzhaft genannt wird, sollte Recht behalten. "Wahnsinn! Genial! Die schönste Transalp aller Zeiten! Der Schnee, der blaue Himmel und dann erst diese Aus-sicht! Der Singletrail war ein einfach ein Traum!" Mit diesen Begeisterungsausbrü-chen kamen fast alle Transalp Challenger von der dritten Etappe ins Ziel. Das lag am heutigen Tag auf dem malerischen Domplatz in der Altstadt von Brixen.

Als hätte sich der Sextener Roland Stauder vorgenommen, in seiner Heimat einen Etappensieg nach dem anderen zu feiern, erreichte er auch bei der zweiten Stati-on in Südtirol als erster das Ziel, zusammen mit seinem Corratec World Team-Partner Thomas Frauenschuh aus Österreich, in einer Zeit von 3 Stunden, 22 Mi-nuten und 37,4 Sekunden. Das die beiden nicht nur schnell auf dem Rad sondern auch gut zu Fuß sind, dass konnten sie heute erneut unter Beweis stellen. Wieder überholten sie die führenden Herren im gelben Transalp Leaderjersey (Heymanns/ Berner) in einer Laufpassage. "Der Schnee heute war nicht so Mannies Ding und die Corratec-Fahrer sind einfach bessere Läufer", sagte Ralph Berner im Ziel. "Und dann hatte Mannie auch noch einen Platten. Das war einfach nicht unser Tag heute." Trotzdem schafften es der Namibianer und der Deutsche, auf den Abfahr-ten vom Pfundererjoch genug Boden gut zu machen, um einen Vorsprung von 1 Minute 30 in der Gesamtwertung zu halten und ihr Leadertrikot zu verteidigen. Sie kamen nach 3:23.42,9 Stunden auf dem Domplatz in Brixen an. Nur 2 Minuten später fuhr das Team adidas Salzburg mit Thomas Wallner und Markus Stock über die Ziellinie. Die Bischofshofner waren überglücklich, weil sie sich mit ihrem dritten Platz auch Rang drei in der Gesamtwertung erarbeitet hatten.

In der Masterkategorie gab es ebenfalls Bewegung auf den vorderen Plätzen. Nachdem das Team adidas Südtirol aufgrund eines stattgegebenen Protests ges-tern eine 15minütige Zeitstrafe kassiert hatte, die sie auf den zweiten Platz zu-rückwarf, gaben die beiden Südtiroler namens Walter Platzgummer heute noch einmal richtig Gas. Sie benötigten nur eine viertel Stunde länger für die dritte E-tappe als das schnellste Herrenteam (3:38.15). Auf Rang 2 landeten der zweimali-ge Transalpsieger Georg Kötterl und sein Teampartner Stephen Lange aus Deutschland (Fiat Rotwild/ 3:51.20,1). Die Träger des grünen Master-Trikots, die Österreicher Martin Hornegger und Rupert Meisl (adidas martini hölltrading/ 3:52.51,6), mussten sich heute mit den dritten Platz zufrieden geben. Sie führen aber nach wie vor die Master-Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 6,5 Minu-ten an.

Susi Dahlmeier aus Garmisch-Partenkirchen, die derzeit mit ihrem Mann Andi (Rit-chey-Olympus/ Yahoo) die Mixed-Kategorie anführt, hatte noch am Morgen mit extremem Durchfall zu kämpfen und glaubte zunächst nicht daran, die Etappe zu überstehen. Ihr eigener Körper belehrte sie eines besseren: Susi lebte in der Schneepassage erst richtig auf. Das erfolgreichste Transalpteam aller Zeiten fuhr heute den insgesamt 26. Etappensieg bei der adidas BIKE Transalp Challenge ein. Die Belgier Hilde Quintens und Hermann Linden (Carrosi-Tompson Belgian Bike Power/ 4:13.08,5) und die Berliner Martin und Birgit Hollmann (Fiat Rotwild/ 4:20.17,8) verteidigten in einem fantastischen Rennen auf dem Weg von Sterzing nach Brixen ihren zweiten bzw. dritten Platz in der Gesamtwertung.

Das Compex-Scott-Bergwerk Frauenpower-Team, bestehend aus zwei von Deutschlands stärksten Marathondamen - Birgit Jüngst und Katrin Schwing - hat mittlerweile einen Vorsprung von fast 3 Stunden in der Gesamtwertung der Damen erreicht. Damit sind die Power-Frauen eigentlich kaum noch einzuholen - es sei denn, sie verfahren sich oder haben einen größeren Defekt. Und das ist bei der adidas BIKE Transalp Challenge keine Seltenheit.

Preview 3. Etappe:
Sterzing-Brixen

Nach der ersten richtigen Konditionsprüfung des gestrigen Tages startet der
verbliebene Transalp-Troß zu Beginn der neuen Woche zu einer vermeintlich
kürzeren "Ausruhetappe". Auf dem Programm steht die Verbindung von Sterzing über das "Dach der Tour", dem Pfundererjoch nach Brixen.

VerfrühteHoffnungen, daß die 3. Etappe im Verhältnis zum Vortag und den noch bevorstehenden Aufgaben relativ zahmen Charakter aufweisen könnte, werden allerdings bereits im Laufe der Anfahrt zum ersten Anstieg wie Seifenblasen zerplatzen.
Während in den vorderen Rängen taktische Spielereien rasch in die ersten Positionskämpfe münden werden, muß sich das breite Feld mit den
müden Knochen der Vortage herumschlagen und wird noch den passenden Gang für den beschwerlichen Aufstieg suchen.

Mit der Abzweigung der alten Militärstraße aufs Pfundererjoch ist in Fußendrass der Eingang in den Naturpark geschafft.
Die teilweise stark verfallene Schotterpiste zieht kräftig zum höchsten, je
auf einer Transalp Challenge befahrenen Übergang hoch. 1.600 Hm am Stück, zuletzt hart an der Grenze der Befahrbarkeit und gespickt mit
Altschneefeldern, die die Teams immer wieder aus dem Sattel zwingen werden, sind zu bezwingen - nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine entspannende Bummelei, die auf 2.568 m in dünner Luft endet.

 

Auf alle, die es bis oben schaffen, wartet allerdings der Traum eines jeden
Alpenüberquerers. Ein sensationelles Panorama, dominiert vom
gletscherumringten Hochfeilermassiv sowie ein mehrere Km-langer
anspruchsvoller Traum-Singletrail hinunter zur Weitenbergalm entschädigen
für jeden zuvor vergossenen Schweißtropfen. Zuvor hat sich die Natur
allerdings für heuer noch eine ganz besondere Schweinerei einfallen lassen.

Eine riesige Schneewächte türmt sich als Relikt des harten Südalpenwinters
vor dem Weiterweg auf, so daß bei der Präparierung der Strecke im Vorfeld
des Rennens 2 fleißige Helfer von der Bergwacht mit Eispickeln künstliche
Stufen in das festgefrorene Eis schlagen mußten.
Um Abstürze auf der rutschigen Eisbahn zu vermeiden, wurden zusätzliche Seile gespannt, um die kleine Kletterei für alle Teilnehmer möglichst zu erleichtern. Wer dennoch heil an der Alm angekommen ist, dem stehen weitere 20 km Abfahrt bis ins Pustertal bevor, ein gewaltiger Speedrausch, der erst in Nierdervintl an der Rienz endet.

Die Teams folgen dem Flußlauf talauswärts bis die bereits zu Römerzeiten benutzte Rundlbrücke auf die gegenüberliegende Seite der Rienzschlucht führt. Ein letzter Anstieg auf das durch Obst- und Weinbau bekannte Hochplateau von Natz und Schabs zehrt nur noch kurz in den Beinen
der Fahrer.
Während die Führenden wahrscheinlich bereits längst Massage und
Materialpflege hinter sich gebracht haben, kämpfen sich die Freizeitsportler
ab dem Kompostwerk westlich von Schabs noch einen schmalen, mit engen Kehren gespickten Trail ins Riggertal hinunter, bevor auch sie sich auf die letzten Km Ausrollen entlang des Eisack bis ins Stadtzentrum der ehemals sehr bedeutenden Bischofsstadt Brixen freuen können.