| Transalp Challenge 2001: 3. Etappe |

Intro
1. Etappe: Strecke Rennen
Story
2. Etappe: Strecke Rennen
Story
3. Etappe: Strecke Rennen
Story
4. Etappe: Strecke Rennen
Story
5. Etappe: Strecke Rennen
Story
6. Etappe: Strecke Rennen
Story
7. Etappe: Strecke Rennen
Story
8. Etappe: Strecke Rennen
Story
Strecke: hier clicken
Official Website: Veith Marketing
Der Anstieg zum Pfunderer Joch im Winter

Pfundererjoch 23.07.01

Pfundererjoch 23.07.01
Pfundererjoch 23.07.01
Fotos by Lorenz Psaier
Der Tag danach...
Nachdem wir wie es uns scheint mitten in der Nacht (6 Uhr) geweckt werden,
das Frühstück ebenso eine Katastrophe war wie unsere Behausung und
die Zahlungsmodalitäten, wird uns vom Hauspersonal versichert, daß
unsere Taschen heute abgeholt würden (unsere naive Gutgläubigkeit
wird uns erneut viele Nerven kosten).
Mit halbleerem Bauch aber mächtig sauer erreichen wir gerade noch rechtzeitig
den Stratbereich (einige andere kamen uns noch nach dem Start entgegen, wir
sind heute also nicht die Letzten ! Anmerkung: Für alle, die es bis heute
noch nicht bemerkt haben, i.G. zum Zieleinlauf befand sich der Start am Zwölferturm
mitten in der city von Sterzing).
Mürrisch kauen wir noch auf unseren trockenen, weil von gestern stammenden
Semmeln herum, als das Feld bereits Richtung Fußendras aufbricht. Schnell
spüren wir, daß uns heute der Schlaf der vergangenen Nacht fehlt
(ebenso wie das Unterlassen der Dehnübungen am Vorabend) und müssen
uns als "Kehrenaußenfahrer" (Anmerkung: das sind wohl die
Warmduscher unter den Bikern) beschimpfen lassen.
Doch kaum lassen wir den Asphalt hinter uns und biegen auf die steile Militärpiste
zum Pfundererjoch ein, sehen wir die Klugscheißer von vorhinschiebend
und um Luft ringend in Reichweite.
Ein bemittleidenswerter Blick unsererseits und wir kurbeln mit einem inneren Grinsen langsam aber stetig an ihnen vorbei. Hier hilft meine 38-Zähne Kletterübersetzung und wir beide fahren nicht zuletzt deswegen beinahe alles bis zu den letzten Kehren unmittelbar unter dem höchsten je auf einer TC überquerten Paß. Bei meiner vorletzten Alpenüberquerung hab ich es (ausgeruht) gerade noch 400-500 Meter weiter im Sattel geschafft. Wir sind ziemlich stolz, daß wir trotz der Anstrengungen der letzten 2 Tage noch so weit gekommen sind, zumal wir uns im Vorhinein vorgenommen hatten, so viel wie möglich fahren zu wollen, auch wenn das u.U. mehr Kraft kostet (einige der Teilnehmer verstehen MTBiken ohnehin eher als MTWalking).
Die letzten Meter müssen auch wir aus dem Sattel,zumal eine riesige
Schneewächte den Übergang bedeckt und lediglich eine Überschreitung
zuläßt. Wir lassen uns an dem extra von der Bergwacht justierten
Halteseil die Ostseite hinab und versuchen dann im Schnee talwärts zu
steuern.
Im steileren Bereich macht das richtig Spaß, aber kaum wird es flacher,
sinkt man in den sulzigen Schnee ein bzw. muß sich mit den unzähligen
Spuren unserer Vorgänger herumschlagen, von denen die meisten leider
von wenig erfolgreichen Versuchen zeugen, den Berg fahrend zu bezwingen.
Nach etwa 300 Höhenmetern apert dann einer der schönsten Trails
der Ostalpen aus, aber leider sind wir abgeschlagen im hinteren Hauptfeld,
so daß unsere schlimmsten Befürchtungen wahr werden, als wir den
Steilhang einsehen. Fast alle schieben (!!!!) diesen Traumtrail hinunter.
Wir blicken uns bloß stumm und verständnislos an und verstehen
die Welt nicht mehr.
Da schiebt mindestens ein Drittel des Feldes den Berg hinauf, um ihn auf der
anderen Seite wieder hinunterzuschieben (natürlich sind unsere "Kehrenaußenfahrer"
auch darunter).
Wir können es echt nicht fassen, eine Sünde einen derartigen Trial
nicht zu fahren. Wir entschließen uns dennoch in die Kehren hineinzusteuern,
versuchen immer wieder zumindest etwas Abstand auf die Vorderleute zu erhalten,
in dem wir in den Kehren warten, werden aber durch ein paar superehrgeizige
idioten, die laufenderweise die Schleifen abkürzen, in unserem Vorhaben
gebremst.
Irgendwann wird es uns zu bunt, Marc läßt es einfach laufen, schreit
noch "weg" und bricht an ein paar "Fußgängern"
vorbei. Eigentlich kann das nicht gut gehen denk ich mir und keine 50m weiter
ist es dann passiert. Einer dieser sogenannten MTBiker zwingt ihn zu einer
Rolle über den Lenker, er rammt sich seine Barends in den Oberschenkel
und bleibt erst einmal wütend schimpfend im Abhang liegen.
Sein schmerzverzerrtes Gesicht verheißt wenig Gutes. Wir rollen noch bis zum Anfang der Schotterpiste oberhalb der Weitenbergalm und müssen dort Marc's Knie wegen kurz pausieren. Er kriegt sich gar nicht mehr ein, leider hört der eigentliche Verursacher dieses Maleurs keine Wort mehr seiner Schimpftiraden, er iast längst weitergedüst und bereits auf der Abfahrt nach Vintl. Den Speedrausch nehmen wir letztendlich auch auf, allerdings wirkt Marc etwas gehemmt, zum ersten Mal kann ich ihm bei einem Downhill ohne Probleme folgen.
Im Pustertal stellen sich dann wieder einige Teams auf einem kurzen Trailstück ziemlich amateurhaft an und so langsam sind wir richtig sauer. Den gepflasterten Anstieg nach der Rundlbrücke kann mein Kollege kaum mehr hinaufstrampeln, sein Oberschenkel macht ihm doch mehr Probleme, als das anfangs den Anschein gemacht hatte. <
Irgendwie schaffen wir es aber dennoch über Schabs, Viums und Elvas
(entgegen der ursprünglich geplanten Route machen wir noch einen Abstecher
über das Nalser Mittelgebirgsplateau) bis Brixen zu steuern. Natürlich
verlieren wir wieder einige Plätze, aber das ist uns heute beim Zieleinlauf
auch schon egal.
Der Domplatz in Brixen ist das ideale Ambiente für den heutigen Abend
und wir lenken wieder wohlgelaunt zur Taschenausgabe, wo die nächste
böse Überraschung auf uns wartet. Die dämliche Hoteltussi von
heute früh hat es trotz innigster Versprechungen versäumt unsere
Taschen dem Shuttle-LKW mitzugeben !
Wir kochen innerlich. Ein paar Telefonate, die Gott sei Dank nicht wir führen
(wir hätten wahrscheinlich die Hoteliers der letzten Nacht nur beschimpft)
und es ist ein Taxi gefunden, das unser Gepäck von Wiesen in unser heutiges
Domizil anliefert. Wir schwören uns, ab heute alle unsere Utensilien
nur noch im BIKE-Bus transportieren zu lassen, diese ewige Unsicherheit, ob,
wenn und in welchem Zustand unsere Taschen und Räder ankommen geht uns
gehörig auf die Nerven !!!
Frisch geduscht macht die Pastaparty aber wieder so richtig Spaß, unser
Zimmer ist mehr als nur annehmbar und wir schlafen wie zwei Steine...