Transalp Challenge 2001: 4. Etappe

Intro
1. Etappe: Strecke Rennen Story
2. Etappe: Strecke Rennen Story
3. Etappe: Strecke Rennen Story
4. Etappe: Strecke Rennen Story
5. Etappe: Strecke Rennen Story
6. Etappe: Strecke Rennen Story
7. Etappe: Strecke Rennen Story
8. Etappe: Strecke Rennen Story

Startliste

Official Website: Veith Marketing

Ergebnislisten

Challenge Story 98

Challenge Story 99

Fotos by Veith Marketing

 

Strecke 4. Etappe:
Brixen-St. Vigil

Brixen, das Tor zu den Dolomiten und heuer erstmals Etappenort der Transalp Challenge, verabschiedet die mittlerweile bereits leicht dezimierte
Transalp-Meute entlang des Eisackdamms Richtung Süden.
Als Neuerung führt die Route dieses Jahr nicht mehr auf der Direttissima über die Panoramatrails der Rodenecker Alm sondern leitet in einer weitgezogenen Schleife durch das Villnößtal und den Naturpark Puez-Geisler um den markanten Peitlerkofel.

Aller Anfang ist schwer und so wird der Troß nach etwa 5 Km bereits wieder zum Stehen kommen, da sich kurz vor Albeins eine Engstelle präsentiert, an der kaum 2 Biker nebeneinander vorbeikommen.
Wenigstens ist dadurch garantiert, daß sich das Feld bereits im Früstadium
der 4. Etappe weit auseinanderzieht. So läßt sich die erste Teilprüfung, die
teils geschotterte, teils asphaltierte Auffahrt durchs Aferer Tal, die sich
stets entlang des gleichnamigen Baches zieht, recht individuell angehen.

Wer seinen Rhythmus auf dem Teilstück schnell findet, wird viel Zeit gutmachen können und mündet bei der Russisbrücke wahrscheinlich noch recht ausgeruht in die Würzjochstraße, auf der es nur 1 Km bergab geht, bevor eine ruppige Schotterpiste nach St. Magdalena, dem Geburtsort Reinhold Messners, ins hintere Villnößtal leitet.
Vor der grandiosen Kulisse der Geislerspitzen, in deren Wänden der südtiroler Extremalpinist seine Kindheit verbrachte, steht der alte Rannuihof, zusammen mit dem gleichnamigen Kirchlein ein beliebtes Fotomotiv, das unsere Transalpler allerdings rechts liegen lassen.

Erneut heißt es kräftig in die Pedale treten, da ein weiterer 1.200 Hm-Anstieg auf die Zweiradhelden wartet. Am Naturparkzentrum der Zannser Alm vorbei
schlängelt sich die gute Schotterpiste anfangs mit moderater Steigung bis
zum lieblichen Geländeeinschnitt um die Gampenalm. Die Betrachtung des
Weiterweges wird bei vielen Teilnehmern mulmige Gefühle in der Magengegend hervorrufen, verheißt doch der grobschottrige Karrenweg durch die Bronsoiwand wenig Positives: Außer der Aussicht auf einen Kampf mit jedem einzelnen Felsbrocken, die sich den Teams in den Weg stellen frohlockt noch eine durchschnittliche Steigung von 20%.

Wer es trotz über 2.000 Hm in den Beinen ohne Absteigen bis zur Schlüterhütte hinaufschafft, der hat sich das Recht für die kommenden Dolomitenetappen redlich erarbeitet. Das nahe Kreuzkofeljoch (2.340 m) ist schnell erklommen, allerdings zwingen ab hier die Naturparkregularien die Biker aus dem Sattel. Obwohl der Trail zumindest teilweise gut fahrbar wäre, muß aus Naturschutzgründen das Sportgerät bis zur Petzesalm über eine Distanz von gut 1,3 Km hinuntergeschoben werden.


Über 700 Biker an einem Tag würde der Wanderweg kaum verkraften. Drum gilt: Wer hier aufsteigt wird gnadenlos disqualifiziert ! Leider werden nach
dieser unfreiwiligen Schiebepassage die wenigsten auf der anschließenden
Panoramaüberfahrt durch die Peitlerwiesen die Muße haben, den ein oder
anderen Blick in die "Bleichen Berge" zu werfen. Ebenso wird den meisten
verborgen bleiben, daß das Ortsschild am Ende des Downhills in Longiaru die restlichen Teams in ladinischer Sprache begrüßt.
Mit dem Kreuzkofeljoch 1.000 Hm höher hat man nämlich die deutsch/ladinische Sprachgrenze überschritten, ein Sprachidiom, das in den sternförmig von der Sellagruppe abgehenden Tälern über die Jahrhunderte in den abgelegenen Dolomitentälern seine Eigenständigkeit bewahrt hat.

Die Transalp-Karawane rauscht unterdessen talauswärts bis Piccolin, wo sie die alte Gadertalstraße als ideale Verbindung nach Longega, der Straßenabzweigung nach St. Vigil aufnimmt. Von hier fehlen noch genau 4 Km und 150 Hm bis die Ziellinie am Kirchplatz des Zielorts überfahren wird. 4 Km, auf denen sich schon so manches Drama und diverse Einbrüche kurz vor dem ersehnten Finish abgespielt haben....