| Transalp Challenge 2001: 6. Etappe |

Intro
1. Etappe: Strecke Rennen
Story
2. Etappe: Strecke Rennen
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3. Etappe: Strecke Rennen
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4. Etappe: Strecke Rennen
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5. Etappe: Strecke Rennen
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6. Etappe: Strecke Rennen
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7. Etappe: Strecke Rennen
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8. Etappe: Strecke Rennen
Story
Official Website: Veith Marketing
Fotos: Veith Marketing
Extrameter und jugendlicher Blödsinn...
Während der Nacht hat meine Hand gepocht wie ein Ambos. Erst durch eine
weitere Schmerztablette konnte ich entschlummern. In der Früh hält
sie sich allerdings erstaunlich ruhig. Vielleicht ist der Spuk ja jetzt vorbei?
Zumindest beim (neutralisierten) Start hab ich keinerlei Probleme, was u.U.
auch daran liegt, daß ich sie mir heute komplett eingetapet habe, was
sicherlich stützend wirkt.
Die ersten Abfahrtsmeter bis Avoscan legen alle gemeinsam auf der Straße
zurück, bevor der erste Anstieg zur Forcella San Tomaso ansteht. Wie
befürchtet steigen hier alle Fahrer meiner Kategorie aus dem Sattel und
schieben bergan. Das will ich mir keinesfalls antun und zweige auf einen kleinen
Waldpfad ab, der mich zu einer parallelen Forststraße führt.
Dieses Stück ist praktisch ausnahmslos fahrbar und so entgehe ich der
erwarteten Kolonnenbildung.
Die zusätzlichen 50 Höhenmeter und 2 Km Strecke nehm ich dafür
gerne in Kauf, zumal mir die Gesamtwertung mittlerweile ohnehin völlig
egal ist. Das Erstaunen ist relativ groß, als ich an der Trialmündung
der Originalstrecke von der entgegengesetzten Seite ankomme.
Die eintreffenden Teams, die ich zuvor bereits überholt hatte zeigen
mir, daß ich etwa 5-7 Minuten verloren haben muß. Was soll's,
ich bin jedenfalls gefahren und schließ mich nun wieder dem Transalptroß
an.
Unterwegs filme und fotografiere ich wieder ausgiebig und überlege mir,
ob ich in Feder anstatt direkt nach Falcade abzufahren nicht auch noch die
letzten Trails bis zur San Pellegrinopaßstraße dranhängen
soll.
Mein Handgelenk legt allerdings sein Veto ein und fordert energisch die originäre
Asphaltroute zu bevorzugen. Ich geb nun etwas Gas und stricke schon Pläne
für weitere Rechercheaktivitäten vor dem Vallespaß, informier
mich noch kurz an der Bar auf halbem Wege zur Paßhöhe und biege
kurz darauf wieder von der Strecke Richtung Rifugio Ciavazza ab.
Eine Variante, die wir uns bei der Routenrecherche ohnehin als Alternative
überlegt hatten aber für deren Aufzeichnung leider keine Zeit mehr
übrig war.
Der Abstecher lohnt sich in zweierlei Hinsicht. Landschaftlich ist diese
Alternativroute noch schöner als die Originalstreckenführung und
zum zweiten gibt's im schmucken Rifugio einen genialen Apfelkuchen.
Am Vallespaß kehre ich schließlich wieder auf die Hauptstrecke
zurück und bin sehr zufrieden über meine Entscheidung, die zusätzliche
300 Hm-Schleife eingebaut zu haben. Am Kontrollpunkt am Eingang des traumhaften
Val Venegias schließe ich wieder zu den letzten Teams auf und da einige
drohend dunkle Gewitterwolken am Himmel aufziehen, verzieh ich mich in die
Malga Venegiotta auf eine Portion Pasta.
Als noch der Schlußfahrer vom Rescueteam (wir haben im Naturpark 2
Durchfahrtsgenehmigungen erhalten !!) auf mein Anraten hier einkehrt, machen
wir es gemütlich und schlagen uns den Bauch mit den Dolci des Hauses
voll (es zahlt sich doch immer wieder aus, wenn man die guten Hütten
bereits im Vorhinein kennt).
Nach einer knappen Stunde weicht der Regen wieder der Sommersonne und ich
breche auf, um zur Baita Segantini hinaufzutreten. Auf der nur mäßig
ansteigenden Schotterpiste kann ich mich so richtig austoben und komme recht
flott voran.
Das Tal ist landschaftlich nur zu schön als das man hier einfach nur
blind durchheizen könnte und obwohl Dutzende von Fotos von hier zu Hause
im Schrank liegen, komm ich nicht umhin nochmals die gleichen Motive zu knipsen
und ein wenig zu filmen.
Kurz vor den letzten Kehren holt mich der Schlußfahrer wieder ein und
gemeinsam schießen wir zum Rollepaß hinab. Jetzt würde ich
gerne noch die Geheimtrails nach San Martino hinunterbrechen, aber mit der
Rennaufsicht im Rücken will ich nicht abermals von der Route abweichen
(ich werde mir ohnehin noch einen gehörigen Rüffel am Ziel einfangen).
An der letzten Kontrollstelle am Ortsausgang wird mir gesagt, daß die allerletzten vor 12 Minuten hier durchgekommen sind. Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und ich laß mich zu einer gnadenlosen Aufholjagd hinreissen, als Letzter will ich nicht ins Ziel kommen, das träfe mich schon an der Ehre. 12 Minuten auf den verbleibenden 13 Kilometern, das müßte zu schaffen sein, zumal die ersten 5 Kilometer doch noch einmal etwas ansteigen und danach eine fast ebene Speedstrecke beginnt, auf der ich noch mal richtig Gas geben kann.
Tatsächlich sollte diese Hetzjagd auch noch einen Teilerfolg verbuchen,
allerdings geht nicht mir, sondern meinem Vorderrad just in dem Moment die
Luft aus, als ich am vor mir liegenden Team mit gut 50 Sachen vorbeischieße.
Idealerweise kommt kurz darauf auch noch eine Linkskehre. Mit einem Plattfuß
vorne sind meine Möglichkeiten demnach recht begrenzt und ich entscheide
mich für einen kontrollierten Abgang per Judorolle, der wilder aussieht
als er war. Netterweise erkundigen sich die beiden sofort nach meinem Zustand
aber ich kann sie beruhigen, außer ein paar Kratzern und jede Menge
Dreck auf meiner Jacke (die ich zum Glück noch vor der Abfahrt angezogen
hatte) hab ich nichts abbekommen.
Auch meine rechte Hand ist nicht in zusätzliche Mitleidenschaft gezogen
worden, meldet sich aber jetzt wieder stärker. Natürlich sind die
jetzt erstmal außer Rewichweite, zumal der größte Teil des
verbliebenen Wegstücks hinter uns liegt. Ich will gar nicht wissen, für
was für einen Idioten die beiden mich gehalten haben, aber eigentlich
haben sie recht.
Diese dumme Hetzjagd hätte auch anders ausgehen können und das wär
es sicherlich nicht Wert gewesen. In diesem Bewußtsein geh ich den Weiterweg
doch erheblich weniger aggressiv an und lenke doch als Letzter der Teilnehmer
in den Zielschuß vor Imer.
Marc erwartet mich schon mit einem Erdinger Weißbier (leider alkoholfrei
aber dennoch genießbar) und guter Nachricht auf uns. Die Hotelreservierung
hat wunderbar geklappt, wir haben den BIKE-Bus als unser Shuttle zum nahen
Hotel gechartert und die Pastasaucen für den heutigen Abend riecht auch
schon verheißungsvoll als wir wieder zurückkommen - und wir werden
nicht enttäuscht werden.