Freeride Fotostory mit den Lago-Locals

April 2002. Nach dem Ostern-Touristensturm ist Torbole wieder ein normales Dorf geworden. Ob man es als normal bezeichnen kann, dass die Leute hier in ihrer Mittagspause den Shuttlebus "Coast to Coast" von Marcelo nehmen, um sich vom nächsten Berg runterzustürzen.

von links: Wheelie, Pier, Marcelo, Marco

Um 12 Uhr komme ich in Torbole an. Ich bin Gast von Fabio und seinem Bike Hotel Santoni. "Um 13 Uhr treffen wir uns mit den anderen vor der Mecki´s Bar. Wir fahren downhill vom Monte Stivo. Bist du bereit?". Mit diesen Worten empfängt er mich. Ich habe nicht mal mein Bike mitgenommen. Das Auto ist mit Winterausrüstung vollgepackt: Snowboards, Schneeschuhe, Steigeisen. Ein winziger Rücksack, begraben zwischen dem Sturmzelt und dem Kletterseil, beinhaltet das Necessoire für den Lago: Helm, Radlhose und ein Bike-Trikot.
Ich ahne schon, dass mein Outfit total ungeeignet ist.

 

Oben am Monte Stivo - Foto by Wheelie

Bei Mecki´s stehe ich vor 4 vollgepanzerten Jungs: Marco, Besitzer der Wind´s Bar in Torbole, Pier vom Dainese Shop in Riva, Wheelie, der einzige Deutsche, vom Scott-Bike-Verleihs "3S Bike" und Fabio, mein Gastgeber. Dainese Protektoren soweit das Auge reicht und fette Freeride Bikes. Wheelie gibt mir ein Scott Octane, Ivan von Mecki´s die Knieprotektoren. Wird das reichen?

Marcelo fährt uns mit italienischer Geschwindigkeit auf den Monte Velo und wünscht uns viel Glück. Der folgende Trail ist erste Sahne. Zuerst dachte ich, wir fahren die Pianaura Trails hinunter, aber es kam anders. Marco führt uns über (mir) unbekannten Pfade, das Octane macht alles Platt. Langsam gewöhne ich mich wieder an das harte Lago-Terrain. "Wo ist der Schnee?" denke ich laut. Sehr komisch abzufahren ohne das weiße Pulver unter den Füßen......

Das Rad ohne Fahrer ist von Marco. Er ist runtergefallen.... Pier probiert es besser zu machen... - Fotos by Wheelie

Marco und Pier probieren unwahrscheinliche Stunts aus, sie feuern sich gegenseitig. Ich konzentriere mich auf die Absätze und Steinbrocken, die reichen für meine Freeride-Fähigkeiten! Der Pfad bietet alles, was man braucht: schnelle Passagen, Sprünge, Steilstufen und Tausende von Ästen, die auf euren Köpfe warten.

On the nose, man! Foto by Wheelie

Nach einer halben Stunde ist alles vorbei. Fehlt nur die Sarca-Querung. Zum Glück hat der Fluß jetzt wenig Wasser. Pier, Trail Profi, gibt sein Bestes, um uns zu zeigen, was er kann.

Pier in action - Foto by Marco Toniolo

Übrigens, sein Bestes hat er auch bei diesem Foto gegeben (ein Tag später auf dem Altissimo aufgenommen). Der Kerl ist vom Felsen gefallen, 2 Meter in die Tiefe auf einen Baustamm und dann weiter runter, bis er nach 5 Meter zum Stillstand kam. Gott sei dank ist er der Boss vom Dainese-Geschäft in Riva. Außer Prellungen nichts gewesen....




Falls jemand auch ein bisschen Freeriden möchte, hier sind die Zutaten:

Übernachtung: Bike Hotel Santoni in Torbole
Bike Verleih: 3S-Bike Point in Torbole
Bike Shop: Mecki´s in Torbole
Bike Shuttlebus: Coast to Coast
Night Life: Wind´s Bar in Torbole

Text: Marco Toniolo