| Ischgl - Auf den Spuren der Schmuggler |
Noch einmal stehen wir hier oben und könne kaum erwarten, die Abfahrt in Richtung Ischgl zu starten. Schmale Passagen, enge Serpentinen, kleine Absätze lassen das Herz jedes Bikers höher schlagen. Bei einer gemütlichen Alm machen wir Pause, essen Apfelstrudel und trinken Apfelschorle. Eine Stunde später und Ischgl hat uns wieder.
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Das Dorf ist kaum zu erkennen, wenn man es nur vom Winter kennt. Die Strassen
sind fast menschenleer, keine Musik des Après Skis ist zu hören.
Die Einwohner haben Ischgl wieder für sich.
Das Paznauntal, in dem Ischgl liegt, hat besondere steile Flanken und scheint
auf den ersten Blick ungeeignet zum Biken. Es gibt aber mehrere Übergänge,
die das Prädikat "super" verdienen. Vielleicht eine der schönsten
Touren führt über Galtür und den Kopfstausee zur Heilbronnerhütte
(2308m). Die Landschaft wird karger je höher man steigt. Nach dem Ausnahmewinter
1999 wurde hier die Schotterstrasse zur Hütte erst im Sommer von den
Schneeraupen freigemacht. Ende Juli 1999 sind die Leute teilweise durch fünf
Meter hohe Schneewände geradelt. Bei einem Wetterumschwung können
sich die Temperaturen auch im Sommer schnell in Richtung Gefrierpunkt bewegen.
Während unserer Tour müssen wir durch dichten Nebel, acht Grad zeigt
das Thermometer. Kurz vor der Hütte fängt der Wind an zu wehen,
der Nebel löst sich rasch auf und die ganze Silvretta Gruppe zeigt sich
in ihren Majestät. Von der Heilbronnerhütte kann man ins idyllische
und verlassene Silbertal oder in Richtung St. Anton hinunterrollen, um eine
große Runde zu unternehmen.
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Die Königstour der Region ist mit Sicherheit die, die von Ischgl über
die Heidelbergerhütte zum Fimbapass führt und ins Unterengadin abfährt.
Wer die Landschaft und die Fahrt komplett genießen will, kann die Route
in zwei Tagen befahren, mit Übernachtung im idyllischen Unterengadin.
Gründe für eine gemütliche und langsamere Tour gibt es genug.
Angefangen von der wunderschönen Fahrt von der Bodenalpe zur Heidelbergerhütte.
Die Wasserfälle, die rechts und links des Tales aus den hochliegenden
Gletschern runterkommen, sind das einzige Geräusch, das man hört,
zusammen mit den Glocken der Kühe.
Die bequeme Fahrt hat ein abruptes Ende bei der Heidelbergehütte. Eine
Stunde lang schiebt man dem Pfad entlang in Richtung Fimbapass (2608m). Die
Belohnung für die Mühe gibt es gleich nach dem Übergang in
die Schweiz, im Form eines der schönsten Singletrails der Alpen. Am Anfang
ziemlich schwierig, später mit guter Fahrtechnik komplett fahrbar, schlängelt
sich der Pfad ins Unterengadin für mehrere Kilometer. Nie steil und nie
ausgesetzt fährt man durch eine Mondlandschaft über kleinen Stufen,
Serpentinen und Schotterpassagen bis die Handgelenke glühen.
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Erst kurz vor Vna trifft man auf eine Schotterstrasse, der man bis zur Ortschaft folgt. Einkehren nach einem solchen Erlebnis ist Pflicht, insbesondere auf der Terrasse des Gasthauses Arina. Der nette Wirt gibt uns hausgemachten Apfelkuchen und wertvolle Tipps, während wir auf der Karte eine Route finden wollen, die es uns erlaubt, oberhalb des Engadintales weiterzubiken und erst zum Schluss einen schönen Pfad nach Martina abzufahren. Hier warten wir auf den Shuttle Bus von unserem Bike Hotel, der uns zurück nach Ischgl bringt.
Mehrere Hotels in Ischgl haben sich auf das Mountainbike Publikum spezialisiert. Sie bieten geführte Touren, ein besondere energetisches Frühstück, einen Abstellplatz für die Mountainbikes und spezielle Pauschalwochen all inklusive. Ein Bike Shop im Dorfzentrum hilft bei den Reparaturen und die Seilbahnen, durch ihr Angebot der "Schmugglertour", sind für den Bike Transport ausgerüstet worden. Nach Klärung der rechtlichen Situation wurden in Ischgl mehrere Wege freigegeben, die gepflegt werden, versichert und beschildert sind. Im Sommer 2002 führte die Transalp Challenge, das härteste Mountainbikerennen der Alpen, über Ischgl nach Samnaun in die Schweiz und weiter in Richtung Süden. Spätestens seitdem ist der Ort ein Begriff für das Mountainbiken geworden.