Red Bull Downtown in Lissabon. 1. Mai 2002
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Text und Fotos: Marco Toniolo. Dieser Bericht erscheint in MOVE 2/02, Bici da Montagna 7/02, Mountain Bike UK August 02. Vielen Dank an Red Bull. More Events unter www.redbull.de

Das Flugzeug dreht weite Kreise über der Stadt. Langsam verlieren wir an Höhe, so dass ich sogar den Schaum der Wellen sehen kann, als wir die Strände überfliegen. Deutlich zu erkennen ist die Altstadt von Lissabon mit ihrer Burg, der "Castelo de S. Jorge". Dort wird morgen das Red Bull Down Town Rennen starten. Es ist schon Sommer hier. Ich schwitze, als ich am Ausgang des Flughafens abgeholt werde. Wir fahren ins Hotel, das direkt am Expo-1998-Gelände liegt. Hier ist alles neu gebaut worden: Wolkenkratzer, Einkaufzentren und eine lange Promenade am Rio Tejo, der in Lissabon in den Atlantik mündet. In zwei Stunden werden die Fahrer in die Altstadt fahren, um sich die Strecke anzuschauen. Ich laufe zur Promenade und genieße die Sonne und den frischen Wind auf einer Bank.

Steve Peat in action

Die Weltelite der Downhillszene wurde hierher eingeladen. Namen wie Nicolas Vouilloiz, Steave Peat und Cedric Garcia geben zu verstehen, wie wichtig die dritte Edition des Red Bull Down Town geworden ist.
Der Star aus der Schweiz heißt Claudio Caluori, aktuelle Nummer 6 der Weltrangliste. Der 24-jährige fährt den Weltcup für das Team Maxxis und kommt aus Graubünden. "Seit Mitte März bin ich auf dem Bike, um mich vorzubereiten und die ersten Wettbewerbe zu fahren" erzählt Claudio, " aber es kostet viel Willenkraft das Snowboard in den Keller zu stellen und aufs Fahrrad zu steigen, wenn es noch viel Schnee hat". Kein Wunder, wenn man im Winter zwischen Scuol und Andermatt pendelt, um die schönsten Lines im Pulverschnee zu ziehen. Ein Downhill Profi kann den Winter nicht einfach auf der Couch verbringen, insbesondere, wenn er aus Graubünden kommt.

Die Wärme Lissabons während dem Strecken-Check lässt den Schnee schnell vergessen. Der Parcours schlängelt sich 1,3 km lang zwischen engen Gassen und waghalsigen Treppen, die teilweise nicht breiter 1,5 Meter sind. Die Kopfsteinpflaster sind auch bei Trockenheit rutschig und die Fluchtwege, im Fall eines Sturzes, sind praktisch nicht vorhanden.

"Letztes Jahr hat es während der Nacht vor dem Rennen geregnet" sagt Claudio" "Wir mussten die Trainingseinheiten bei Nässe durchführen. Es war wie eine Fahrt auf Glatteis. Zum Glück schien später die Sonne und das Rennen konnte unter normalen Bedingungen stattfinden".
Die Fahrer gucken sich jede Kurve genau an. Diejenigen, die in den letzten Jahren dabei waren, geben ihren Mannschaftskollegen wertvolle Tipps. Besondere Aufmerksamkeit wird auf eine Art von Tür gegeben, die sich am Ende einer engen und steilen Treppe befindet. Hier müssen die Biker voll bremsen und 90° scharf nach rechts fahren. Fehler sind nicht gestattet, da die nächste Wand einen Meter entfernt von der Ideallinie steht.

Die Fans....

Richtig beeindruckt ist keiner, auch keine der Mädels, die dabei sind. Die Grenchnerin Marielle Saner fühlt sich besonders wohl in Lissabon. Sie hat das Rennen letztes Jahr gewonnen und will den Erfolg wiederholen. Einfach wird das nicht. Auch wenn Anne Caroline Chausson in der letzten Sekunde abgesagt hat, bieten die Französin Sabrine Jonier und die Engländerin Fionn Griffiths keine einfache Konkurrenz.

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