| Tour de Swiss: Vorwort |
Gebiet: Berneralpen, Aletschgebiet
Länge: 598,74 km
Dauer: 10 Tage
Reine Fahrzeit: 36:16:24 h
Höhenunterschied: 16.759 m
Kartographie:
Landeskarten der Schweiz, Maßstab 1:100.000
Blatt 36: Saane-Sarine
Blatt 37: Brünigpaß
Blatt 41: Col du Pillon
Blatt 42: Oberwallis
Blatt 105: Wallis (Zusammensetzung – in Visp dazugekauft) Michelin-Generalkarte
der Schweiz, Maßstab 1:400.000
Bewertungt: Mittel
Text & Tour by:
Thomas Moser
http://freeweb.dnet.it/bik
So,
dieses Jahr sollte es die Schweiz sein. Nachdem ich bei meinen früheren Unternehmungen
dieses Land schon mehrere Male "gestreift" hatte, wollte ich es dieses Jahr
genauer kennenlernen. Die Entscheidung für das Aletschgebiet fiel mir ebenfalls
nicht besonders schwer. In keinem anderen Gebiet findet man so viele hohe,
beeindruckende, bekannte und geschichtsträchtige Berge.
Noch nie habe ich so viel Zeit in die Vorbereitung einer Mehrtagestour gesteckt. Bereits ab März habe ich alle Information zusammengetragen, die ich über dieses Gebiet kriegen konnte. Besonders das Internet bietet hierzu eine Fülle an Informationen.
Der wichtigste Aspekt einer gelungenen Transalp ist noch immer die geeignete Auswahl der Route. Gutes Kartenmaterial ist in diesem Zusammenhang von grundlegender Bedeutung. Prinzipiell gibt es zwei große Kartenwerke für die Schweiz: Kümmerly & Frey und die Landeskarten der Schweiz. Nach einigem Überlegen habe ich mich dann für die Landeskarten der Schweiz entschieden. Welcher Maßstab ist ideal? Die 1:25.000-Karten genießen einen legendären Ruf und sind vielfach sogar hausgenau. Da die Karten aber einen lächerlich kleinen Ausschnitt zeigen (unsere Kompass-Karten sind um ein vielfaches größer), hätte ich für meine Runde so ungefähr 40 Blätter gebraucht. 40 Blätter mal ca. 13 Franken ... und wohin mit den vielen Karten? Auch die 1:50.000-Karten hätten mein Budget und meinen Rucksack ziemlich belastet. Deshalb habe ich mich für den 1:100.000-Maßstab entschieden. So kam ich mit vier Blättern aus, Preis insgesamt ca. 86 DM (über Internet bestellt - inklusive Versandspesen). Und ich muß sagen, die Karten sind sehr genau, detailliert (50m-Höhenlinien) und übersichtlich. Schweizer Präzisionsarbeit eben.
Um im Ernstfall schnell Hilfe rufen zu können, habe ich meinen Handyvertrag mit aufladbarer Karte mittels Kreditkarte für das Ausland aktiviert.
Normalerweise sind wir eine eingeschworene Dreiergruppe, bestehend aus Markus, Annemarie und mir. Da Markus aber dieses Jahr seinen Meistertitel in der Abendschule macht, eher wenig trainiert hat und immer mehr seine Liebe zum Klettern entdeckt, hat er zu unserem Leidwesen verzichtet. O-Ton: "I kriag koan Urlaub, hon koane Luscht, und überhaupt fohr i liaber noch Rimini!" Na gut. Somit besteht die dezimierte Truppe aus Annemarie und mir. Annemarie ist konditionell sehr stark, wiegt aber nur knapp 50 kg und hat dementsprechend Schwierigkeiten beim Schieben und Tragen ihres Fahrrades. Aus diesem Grunde habe ich bei der Auswahl der Route besonderen Wert auf die Fahrbarkeit der Route gelegt (soweit man dies von einer Karte immer ablesen kann). Es hat aber auch wenig Sinn, das Rad auf irgendeinen Paß 500 Höhenmeter hinauf- und hinabzuschieben.
Das Packen der Sachen war aufgrund der Erfahrungen und der Checkliste, die ich mir letztes Jahr gemacht hatte, kein großes Problem mehr. Den Gepäcksträger mit dazugehörender Tasche habe ich dann Annemarie geliehen. Also habe ich sämtliches Gepäck in den erprobten grünen Rucksack gepackt, den ich mir jedes Jahr einmal ausleihe. Mit sämtlichem Reparatur- und Pflegematerial, Erste-Hilfe-Set, Kartenmaterial, Schloß kam die Waage bei 6,3 kg zum Stehen. Ein akzeptabler Wert.
Kurzfristig haben wir dann auch noch den Freitag vor der Urlaubswoche freigenommen. So standen uns effektive 10 Tage zur Verfügung.
Nach einem Frühstück bei Annemarie starteten wir am Freitag um ca. 09:00 Uhr in den wohlverdienten Urlaub. Beide Räder in meinen Opel Astra GSI verstaut und ... tschüß GTI. Bei der Hinfahrt wählen wir die Autobahnstrecke über Verona und Mailand. Nach einer effektiven Fahrzeit von ungefähr 4 ½ Stunden sind wir am Ziel (oder Start) in Airolo. Räder ausgepackt, Sid-Gabeln und Kette geschmiert, und auf in den Urlaub.