| 1. Etappe: Mittenwald - Plumsjochhütte (1600Hm, 55 Km) |

Am 13. September geht es los: Lorenz und ich (Marco) sind bereit für unsere lang geplante Alpenüberquerung. Startpunkt ist Bahnhof Mittenwald.
Die Sonne scheint (noch), und der Radweg nach Scharnitz ist angenehmen flach. Von Scharnitz fahren wir in Richtung Hochalm. Karte brauchen wir keine, das ist eh mein MTB-Hausgebiet. Habe schon die Rastpause (Kaiserschmarrn!!!) bei dem gemütlichen Karwendelhaus eingeplant.
Spätestens
um 13:00 Uhr sollten wir da sein. Dachte ich. Als wir 500 Höhenmeter
unter der Hütte sind, merken wir wie der Himmel hinter uns Pech schwarz
und schwärzer wird. Und wieee schnell. Also los, wir müssen schneller
als er (der Himmel) sein. Die erste Tropfen fallen schon, als ich ein kleines
Haus 100 m abseits des Weges sehe. "Achtung Hochspannung" sagt das Schild
an der Tür. Also, besser nass, aber g´sund, oder trocken, aber vielleicht
gebraten? Wir entscheiden uns für das letzte. Leider muss der Kaiserschmarrn
auf uns warten. Das Loch im Bauch macht die Warterei nicht leichter. Als wir
auf die Hütte angekommen sind ist es schon kurz vor 14:00 Uhr. Aber wir
sind wenigstens nicht nass geworden, im Gegensatz zu einigen Wanderern, bei
denen sogar die Unterhose tropft. Der Regen war schon heftig. Der Kaiserschmarrn
im Karwendelhaus ist der Oberhammer, und die gute Laune ist wieder da.
Die
Abfahrt bis ins Rißtal ist am Anfang ziemlich holprig, aber schön
so dass wir häufig anhalten, um das Panorama anzuschauen. Wie gesagt,
es ist für mich nichts neues, aber das Karwendelgebiet ist so beeindruckend,
dass ich mich in diese Berge fast verliebt habe. Vom Rißtal bis zur
Plumsjochhütte ist der Weg nicht mehr so spektakulär, was auch für
das Wetter gilt. Es regnet nicht, aber der Himmel wird immer grauer. Angekommen
am Ziel nehmen wir Platz in dem mini Matratzenlager (grosse Leute müssen
leicht quer liegen), in der Gesellschaft von 2 nicht mehr so jungen Pärchen.
Das warme Wasser wurde hier noch nicht entdeckt, die Dusche auch nicht.
Zum Glück kommen später zwei nette Biker, die nach Sterzing wollen, mit denen wir über unsere Route und über die Unfreundlichkeit der Hüttenwirtin reden. Um 21:00 Uhr müssen wir ins Bett, und wer weiter redet oder laut ist, wird von der netten Frau in den Stall gebracht, um dort geschlachtet zu werden. Ich schaffe es auch ohne Licht aufs Klo zu gehen: es ist auf dem Balkon, und hat kein Fenster, sondern ein herzförmiges Loch in der Holzwand, durch das ich sitzend den sternenklaren Himmel sehen kann. Romantisch. In der Dunkelheit erreiche ich mein "Bett". Ich hab fast Angst, dass die Wirtin mich hört und mich morgen als Mailänder Schnitzel verkauft, schweige, versuche leiser zu furzen als sonst, schlafe ein und träume von Hänsel und Gretel (und ihrer Hexe).

Strecke: Mittenwald Scharnitz Hochalmsattel Rißtal Plumsjochhütte
Karten: Kompass 1:50000 Nr. 26
Anmerkungen: holprige Abfahrt von der Hochalmsattel zum kleinen Ahornboden, sonst beste Wege.
Erweiterungen: über die Falkenhütte ins Rißtal (+ 1 ½ Stunde). Toller Trail unter der Laliderer Wände.
Talwege (falls schlechtes Wetter): Krün Vorderriß Hinterriß Rißtal
Karwendelhaus:
0043-5264-5492
Plumsjochhütte: 0043-5243- 5487