| Felsen, Schweiß und Biene Maja |
Route
1. Etappe: Oberstdorf - Damüls. Oberstdorf (814m) - Sibratsgfäll (929 m) (durch Rohrmoostal und über Rohrmoos (1070m)) - Hengstig - Schönenbach (1025) - Stogger Sattel (1420m) - Au im Bregenzer Wald - Damüls (1450m). [61 km, 1907 hm, 1219 hm (Gasthof)]
2. Etappe: Damüls - Alpengasthof Rellstal. Damüls (1450)
- Türtsch (1706m) (Tragepassage!) - Garsela (735m) - Ragall (1015m) -
Thüringen - Nüziders - Bludenz (550m) im Montafon - Vandans (650m)
- Rellstal - Alpengasthof Rellstal(1490m).
[63 km, 1564 hm, 1569 hm (Alpengasthof)]
3. Etappe: Rellstal - Chur. Alpengasthof Rellstal - Schweizertor (2137m)
(gegen Schluss des Ansteigs tragen und schieben) - Schiers (660m) (erst über
Rätikonhöhenweg, dann Schotter. Rätikonhöhenweg unfahrbar,
gefährliche Kletter-, Trage- und Schiebepassagen) - Landquart (528m)
- Pfäfers (820m) - Kunkelspass (1375m) - Tamins (660m) - Chur (600m).
[78 km, 1663 hm, 2561 hm (Hotel)]
4. Etappe: Chur - Mon. Chur - Passugg - Churwalden (1230m) - Parpan
(1500m) - Sporz (1585m) - Lain (1315) - Alvaschein (1001m) - Tiefencastel
(850m) - Mon (1231m) - Salouf (1258m) - Savognin (1207m)
[ 53 km, 1691 hm, 1083 hm (Gasthof)]
5. Etappe: Savognin - Chiavenna: Savognin (1207m) - Bivio (1770m) -
Septimerpass (2310m) - Casaccia (1450m) (Trailabfahrt auf Römerweg) -
Chiavenna (325m).
[65 km, 1631 hm, 2514 hm (Gasthof)]
6. Etappe: Chiavenna - Ca' San Marco: Chiavenna - Morbegno (220m)
(der Adda entlang ins Veltlin) - Albaredo per San Marco (898m) - Madonna delle
Grazie(1157m) - Passo San Marco (1985m) - Riffugio Ca' san Marco (1830m) (über
Trail).
[69 km, 1885 hm, 388 hm (Berghütte)]
7. Etappe: Ca' San Marco - Menaggio: Riffugio Ca' San Marco - Mezzoldo
(880m) (über Trail) - Olmo al Brembo (550m) - Valorta (Tal 537m) - Valorta
(Ortschaft 935m) - Passo Piani di Bobbio (1682m) - Intróbio (588m)
-Canobbio, mit der Fähre nach Mennagio
[60 km, 1700 hm, 3300 hm (G)]
Summe : 461 km, 11.726 hm,
Netto-Fahrzeit: 35 h 11 min
Routendesign: Günther Maier
Text: Christian Förster
Fotos: Heiko Lehninger, Christian Förster
Team: Simone Maier, Günther Maier, Heiko Lehninger, Bernhard Vogt,
Christian Förster
Transalp Oberstdorf - Comer See
"Hm, fahren könnt Ihr da bestimmt nicht. Vielleicht tragen. Ich weiß nicht so genau, auf jeden Fall geht's da ganz schön runter." Grübelnd strample ich weiter durch die morgendliche Kälte, schaue die weitläufigen, satt-grünen Almwiesen hinauf und muss an die Worte denken, die unsere Hüttenwirtin am Vorabend zum Thema "Schweizertor" auf Lager hatte. Willkommen am Alpenhauptkamm, hier müssen wir rüber - vom Rellstal im österreichischen Montafon übers Schweizertor ins Rätikon. Auf dem Papier nur ein Berg von vielen, die wir auf unserer Transalp von Oberstdorf an den Comer See überwinden müssen. In der Tourenpraxis jedoch nicht nur ein simpler Passübergang, wie sich noch herausstellen wird.
| Extrem: Günther bezwingt den Klettersteig am Schweizertor. Das Foto nahm Heiko am Fuß der Stufe auf |
Nach 600 Höhenmetern und einer im Grunde noch recht humanen Tragepassage sind wir, gegen zehn Uhr vormittags, jedenfalls erst mal oben. Kurze Fotosession vor der beeindruckenden Kulisse rund um das unscheinbare Schildchen "Schweizertor - 2137 m": Eine natürliche Symbiose aus grauen Felsen, satt-grünen Wiesen und bedrohlich von unten herauf ziehenden Nebelschwaden lässt uns vor Ehrfurcht erstarren.
In Fleece und Windjacke gehüllt machen wir uns euphorisch an die Abfahrt. Und müssen erst mal die Bremse reinhauen. In engsten Serpentinen windet sich ein schmaler Pfad zwischen den Felswänden in Richtung Rätikon hinunter. Wir steigen ab, stolpern Höhenmeter um Höhenmeter weiter, können keinen Gedanken ans Fahren verschwenden. Doch plötzlich enden die noch halbwegs befestigten Serpentinen. Genauso unsere Hoffnung, wieder fahren zu können: Über glitschige Felsbrocken und Geröll geht es an Halteseilen aus Draht steiler und steiler nach unten, immer tiefer hinein in die Nebelsuppe, die die gigantischen Felswände des Alpenhauptkamms an diesem Vormittag umwabert.
| Heiko zum ersten: Am Schweizertor |
| Heiko zum zweiten, diesmal ein paar Meter weiter |
Besonders Bernhard und ich haben hier Schwierigkeiten. Wir sind Biker, aber
keine Kletterer. Ängstlich taste ich mich nach unten, während mir
Günther mit dem Rad hilft. Als es wieder etwas flacher wird, atme ich
erleichtert durch .... und rutsche im Geröll prompt ab, lande auf dem
Hinterteil und schliddere einen halben Höhenmeter Richtung Schweiz hinunter.
Aber nichts passiert, das wirkliche Problem haben wir erst ein paar Minuten
später. Der Weg teilt sich. Keine Markierung, kein Hinweis in der Karte,
welche Variante nun die bessere ist. Wir denken logisch und nehmen den direkten
Weg.