Ausrüstung für Snowboardtouren
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Diese Auflistung ist als kleine Einführung gedacht und will keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich gerne an uns wenden.

I. Aufstiegshilfen

Hier gibt es drei Möglichkeiten:

1. Zunächst die Schneeschuhe. Mit ihnen hat das Snowboardtourengehen angefangen.
Vorteil: simple Systeme, paßt auf fast jeden Schuh (Soft-, Hard,- und Clickerboot), robust und auch ziemlich leicht, nicht zu teuer, mittlerweile auch in Deutschland große Auswahl.
Nachteil: eher geeignet für flache Anstiege, sobald es steil wird wird das Gehen enorm kräfteraubend, da ein Traversieren des Hanges wie beim Skitourengehen fast unmöglich ist. Der Hang muss daher "direttissima" gegangen werden. Noch schwieriger wird dies, wenn viel Neuschnee hinzukommt, dann wird jeder Schritt zur Qual (Schnee wird Umgegraben).

2. Teilbare Snowboards. Diese werden seit einigen Jahren ständig weiterentwickelt. Das bekannteste Brett auf dem europäischen Markt ist von Duotone. In Amerika (seit 2001 auch in Deutschland erhältlich) ist Voilè das beliebteste Brett. Es gibt auch noch ein interessantes dreiteiliges Brett von Jester. 2000 hat auch Burton ein Splitboard auf den Markt gebracht. Hierbei wurde ein gutes leichtes Freeridebrett in der Mitte auseinandergesägt. Damit kann man wie mit Tourenskiern mit den dazugehörigen Fellen den Berg hinauflaufen. Das Brett ist mit einer Bindung ausgestattet die von Aufstieg auf Abfahrt umgebaut werden kann und umgekehrt.
Vorteil: Nur ein System, es muss kein Board am Rucksack getragen werden, was abgesehen vom enormen zusätzlichen Gewicht des Boards bei stärkeren Wind das Gehen ziemlich erschweren kann. Die Bindungssysteme erlauben die Benutzung von allen Schuharten (Soft-, Hard,- und Clickerboot).
Nachteil: das Traversieren auf hartem steilen Untergrund kann sehr mühsam sein, da aufgrund der Breite der einzelnen Bretter wenig Druck auf die Kante gebracht werden kann, zudem Abrutschgefahr (Risikoerhöhung), Bretter sind zu breit um vorgespurte Aufstiegsrouten zu benutzen, Gefahr von Verlust von Kleinteilen, was zum Totalausfall führen kann (Risikoerhöhung), Zeitfaktor durch Umbau, wenn häufig während einer Tour zwischen Aufstieg und Abfahrt gewechselt werden muss. Häufigerer Systemwechsel im problematischen Gelände/Schneeverhältnissen; relativ hoher Preis. Zum Tourenboards-Special.

3. Teilbare Tourenski. Sind nur als Aufstiegshilfe gedacht, das forschrittlichste (Stand 2000) Modell gibt es von POGO, ca. 130 cm lang und in der Mitte teilbar, um die Ski mit wenig Überstand an den Rucksack für die Abfahrt zu befestigen. 2001: Climb. Siehe Special für mehr Info.
Vorteile: Bindungsplatte kann für alle Bindungssysteme als Grundplatte verwendet werden, Felle sind zweiteilig, so dass bei Systemwechsel nicht immer die Felle mit abgezogen werden müssen (Zeitfaktor), Lieblingssnowboard kann frei gewählt werden, ziemlich leicht, guter Kantengriff bei Traversen, keine Gefahr von Verlust von Kleinteilen, keine Werkzeuge erforderlich, Umbau auch mit Handschuhen möglich (wichtig bei großer Kälte), notfalls kann mit den Skiern auch abgefahren werden (bei Verlust oder Bruch des Snowboards).

Nachteile: Snowboard muss auf dem Rücken getragen werden (zusätzliches Gewicht; kann bei Mehrtagestouren oder Durchquerungen zu einer wirklichen Belastung werden), hoher Preis.
Dann gibt es noch 1m lange Ski zum Aufsteigen von K2. Diese sind aber nicht teilbar und ragen unangenehm über den Rucksack hinaus, zudem besitzen sie keine Steighilfe und besitzen eine starke Taillierung, was wenig Kantengriff beim Traversieren im Aufstieg und eine schlechten Geradesauslauf bedeutet.

Wem das alles zu teuer ist, der kann sich auch Ski selber basteln. Einfach alten Ski auf ca. 110cm absägen, eine Bindung zum Aufsteigen drauf und alte Felle nehmen. Ist besser alles auf Tourengehen zu verzichten.

II. Snowboards

Hier sind gute Allrounder gefragt. Gerade in unseren Alpen muss man mit allen Schneeverhältnissen rechnen. Das Brett sollte grundsätzlich länger sein als ein Freestylebrett (>10cm länger). Ideal sind die sogenannten Freeridebretter: sie sind im Gesamtbild breiter als normale Bretter, haben ein breite stärker aufgebogene Schaufel für bessere Powdereigenschaften, sie sollten auch härter sein um auch im Bruchharsch oder auf Eis maximalen Halt zu gewähren.


Wichtig auch das Gewicht, da sie im Aufstieg auf dem Rücken getragen werden. Freeridebretter werden von allen Snowboardfirmen angeboten. Interessant sind auch noch die sogenannten BoarderX-Modelle (sind auch breit, aber noch härter als Freeridebretter und damit auch interessant für aggressives Off-Piste-Fahren) oder reine Tiefschneebretter mit langer spitzer Nase und Schwalbenschwanz (wie die Powderguns von POGO).
Wichtig ist noch beim Kauf darauf zu achten, dass die Schuhenden jeweils möglichst bündig mit den Kanten des Bretts abschließen, damit ist zum einen eine optimale Kraftübertragung gewährleistet, zum anderen bleibt man bei extremeren Turns nichts ständig mit den Schuhen im Schnee hängen.

III. Bindungssysteme

Welche Bindung die richtige ist, ist Geschmackssache. Alle Systeme haben Vor- und Nachteile, wobei die Clickersysteme aufgrund ihrer leichten Bedienbarkeit und durch ihre Vielseitigkeit (man kann die Schuhe mit fast allen Härten darauf fahren) besonders interessant sind. Zudem gibt es für Clickerschuhe auch schon kompatible Steigeisen.

IV. Schuhe

Auch hier gilt wieder oben gesagtes. Wichtig ist ein optimaler Sitz und Halt des Fußes. Die Schuhe sollten auch nicht zu weich sein (wichtig um lange Querungen ohne Krämpfe in den Waden zu überstehen). Gute Geheigenschaften und eine griffige Sohle sind ebenfalls wichtig, denn gerade im späten Frühjahr sind die An- und Abstiege bei Touren schon häufig schneefrei. Bei Clickerboots ist der Hiback meist integriert. Bei einigen Modellen findet man einen Walk-Mechanismus. Auch der Aufstieg mit Ski, Brett oder Schneeschuhen ist dann bedeutend angenehmer.

V. Teleskopstöcke

Diese dienen für den Aufstieg als Gehhilfe und können am Gipfel auf ein kompaktes Maß zusammengeschoben werden und dann im oder am Rucksack verstaut werden. Es gibt hierbei auch Modelle, die zugleich als Lawinensonde benutzt werden können.

VI. Lawinenausrüstung

Diese Basisausstattung muss jeder dabei haben: Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), Lawineschaufel (zum Ausgraben des Opfers), Lawinensonde (zur Feinortung).
Bei den Lawinenverschütteten-Suchgeräten sind die digitalen Geräte wie von Barryvox, Ortovox und Tracker auf dem Vormarsch. Vorteil: Die Geräte besitzen nun eine Distanzanzeige und eine Richtungsanzeige, die dem Suchenden den Weg zum Opfer weist. Bei den älteren analogen Geräten war die Ortung des Opfers nur über einen Ton möglich. Die neuen Geräte erleichtern gerade ungeübteren Tourengehern die schnelle Ortung des Opfers. Aber auch hier gilt: immer wieder das Suchen üben. Am besten unter möglichst realen Bedingungen (also im Schnee, in hügeligem Gelände). Das Opfer hat nur dann gute Überlebenschancen, wenn sehr schnell geborgen wird.
Folgende Gegenstände erhöhen die Überlebenschancen: Lawinerairbag (ABS-Ballon der im Rucksack integriert und am Rücken getragen wird. Beim Losbrechen einer Lawine wird mit Hilfe einer Reißleine eine Gaspatrone gezündet, die sehr schnell Luft in den Ballon presst. Der Ballon hilft, dass das Opfer an der Oberfläche bleibt und nicht komplett verschüttet wird).; Handy oder Funkgerät, um schnell zusätzliche Hilfe zu holen; Rettungsdecke und Erste Hilfe Set; Fernglas (gut für die Geländebeobachtung und somit für die lokale Beurteilung der Lawinengefahr von Nutzen).

VII. Bekleidung, Rucksack etc.

Hier kann man auf die allgemeinen Bergsteiger-Produkte zurückgreifen oder auf spezielle Snowboardbekleidung. Wichtig ist, dass das Material robust ist und dennoch nicht zu schwer ist. Weiter sollten Überhose und Überjacke atmungsaktiv wasserdicht sein. Die Hose muss zudem einen durchgehenden Zwei-Wege-Reißverschluß haben, damit ein An- und Ausziehen mit Schuhen möglich ist.
Das Bekleidungssystem kann man sich wie ein Zwiebel vorstellen. Als unterste Schicht Unterwäsche (mehr oder weniger warm je nach Kälte), dann eine Hose für den Aufstieg, die extrem atmungsaktiv und dehnbar sein sollte (Tourenhosen aus Schoeller-Tech sind super). Die Hosen fungiert kombiniert mit der Überhose bei der Abfahrt oder größerer Kälte als Zwischenschicht. Oben können Skirollis getragen werden. Darüber hat sich eine Windstopper-Weste aus Fleece sehr bewährt (Der Rumpf bleibt auch bei Gegenwind immer warm, aber dennoch kommt es zu keinem Hitzestau). Schließlich sollte man noch eine Fleecejacke dabei haben (wenn es richtig kalt ist/wird oder einfach für eine angenehme Gipfelrast). Weiter sollte man zwei paar Handschuhe dabei haben: Atmungsaktive, eng anliegende und schnell trocknende zum Aufstieg und für die Abfahrt ein wasserdichtes, robustes Modell. Ansonsten noch eine Mütze und eine Brille mit guten Gläsern (UV-Licht, Gletscher!).
Der Rucksack sollte ein Boardtragesystem haben und nicht zu klein sein, da sämtliche Ausrüstung samt Brotzeit und Getränken darin Platz finden sollten. Gut geeignet für Tagestouren sind ca. 40-50 L große Rucksäcke. Beim Kauf den Abstand des festgebundenen Snowboards zum Boden kontrollieren, damit beim gehen die Füße nicht gegen das Brett stoßen.

VIII. Karte, Kompaß, Höhenmesser

Wichtig ist zu guter Letzt eine gute Planung der Tour mit Tourbeschreibung und gutem Kartenmaterial. Die Karte sollte man auch während der Tour dabei haben. Zusätzlich noch einen Kompass (Orientierung bei schlechten Sichtverhältnissen) und ein Höhenmesser.