Gebiet: Moena,
Fassatal,
Dolomiten.
Ausgangspunkt: Haus Negritella, 3 km westlich von Passo San Pellegrino,
1780 m , Langlaufzentrum, großer Parkplatz.
Höhenunterschied: 1000 Hm
Hangrichtung: N
Beste Jahreszeit: Dezember - April
Variante: Von Süden nach Norden: auf der
Paßstrasse Richtung Passo di Valles bis zu einer Brücke über
den Rio di Juribrutto Fahren (vor der Brücke rechts parken). Bis zur
Malga Juribrutto laufen und von dort bis zur Forcella di Bocche. Dort wie
in dem Bericht abfahren. Vorteil: Aufstieg nicht so steil wie von Norden.
Rücktransport zum Auto in voraus organisieren!
Literatur: "Skitouren Dolomiten", Rudolf und
Siegrun Weiss, Steiger Verlag. ISBN 3-89652-023-7
Tabacco Karte 1:25000 Nr. 22 "Pale di San Martino"
Wer von Moena in Richtung Passo San Pellegrino fährt,
wird bestimmt kurz vor der Paßhöhe auf der rechte Seite das steile
Kar unterhalb der Cima Bocche sehen.
Startpunkt der Tour ist das Restaurant Negritella, direkt an den Langlauf-Loipen.
Als Conny und ich am 3. Dezember 2000 starten, ist das Wetter ziemlich trüb
und der Gipfel (Cima Bocche) in den Wolken versteckt. Wir lassen uns nicht entmütigen
und gehen los.
Es gibt schon eine Spur, was unser Weiterkommen vereinfacht: bei 1700 m liegen
ungefähr 50 cm schwerer Schnee. Es ist zu warm für diese Jahreszeit
und sogar nachts geht die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt. Wir laufen
zuerst mäßig steil durch den Wald und genießen die Ruhe der
winterlichen Landschaft.
In einer Höhe von ca. 2000m biegen wir rechts ab, in Richtung Forcella
di Bocche (links geht es zur Forcella di Juribrutto, auch eine mögliche
Tour). Nach einer Steilstufe durch die letzten Bäume sind wir an den Füßen
vom Kar angelangt und sehen vor uns eine Gruppe von 7 Skifahrer, die genau unser
Ziel haben. Sie sind langsamer als wir und lassen uns vorbei, nicht ohne halb-böse
Blicke auf mein Snowboard zu werfen.
Das Gelände wird steil, zum Glück ist der Schnee durch die Temperaturschwankungen
stabil: hier oben möchte ich gleich nach einem großen Schneefall
nicht sein. Links und rechts von uns sind steile Flanken mit wahrscheinlichen
Lawinen-Korridoren und ganz oben am Sattel eine riesige Wächte. Inzwischen
ist die Spur verschwunden und wir müssen bis oben den Weg frei machen.
Mit unzählige zig-zags kommen wir unterhalb der Wächte, dann müssen
wir unsere Skier abmachen und weiter zu Fuß die letzte 10 Hm bewältigen.
Das Gelände ist hier einfach zu steil, um mit Skiern hoch zu kommen.
Am Sattel weht ein eisiger Wind und wir sehen die Cima Bocche nicht mehr weit
über uns.

Es hätte kein Sinn, da hoch zu klettern, da die Südseite verbläst
ist und der Gipfel nur zu Fuß zu erreichen wäre, da das Gelände
viel zu felsig ist. Wir entscheiden uns für eine Rast und suchen Schutz
vom Wind hinter den Schützengraben-Resten aus dem ersten Weltkrieg. Wir
essen unser getrocknetes Obst (empfehlenswert für alle Tourengeher: wiegt
nichts und hat viele Kalorien!) und bereiten uns auf die Abfahrt vor, während
die Skifahrer ankommen.
Schade, dass wir von dem Panorama wegen dem schlechten Wetter nichts sehen können:
nördlich liegt die Marmolada, südlich die beeindruckende Pale di San
Martino. Ich kann nur in meinen Erinnerungen graben, um den Blick von hier oben
zu ahnen. Bei unserer
Lagorai
Umrundung waren wir unterhalb der Cima Bocche gefahren und damals war das
Wetter gut.
Die Abfahrt ist großartig: die Sicht ist ziemlich gut und genau während
wir abfahren kommt fast die Sonne durch.

Weit
unten wird der Schnee weicher und ich merke es erst nach einem spektakulären
Salto, welchen die Conny zum lachen bringt: die Nase meines Boards sinkt brutal
ein und ich fliege Kopf über durch die Luft. Die Landung ist im Schnee
weich und mein Rucksack, auf dem ich lande, macht sie noch weicher.
Die Fahrt durch den dichten Wald mit nassem Schnee ist ein Abenteuer für
sich. Wir müssen auch einige kleine Bächer durchqueren bzw. überspringen,
was Conny (mit Skiern) besonders Spaß macht, bis sie einmal zwischen den
zwei "Ufern" stehen bleibt und auf meine Hilfe wartet. Schade nur, dass ich
kein Foto von ihr gamacht habe. Für Snowboarder gibt es ein paar flache
Passagen, die zum Schieben erzwingen. Also, ich habe euch gewarnt.
Fazit: schöne mittelschwere Tour, nichts für Anfänger. Die Fahrt
durch den Wald erfordert Fahrsicherheit im Gelände.
Bitte vorher über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung
mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.