| Emilio Previtali und FREE.rider |
Freiheit und Vielseitigkeit.
Ohne Zwang das Auswählen, was du gerne machen möchtest,
versuchen an deine Grenzen zu gehen und auch darüber.
Schlichtheit, Kraftvoll, Ausgeglichenheit und Poesie.
das ist Emilio Previtali, das steht auf den Seiten von Free.rider

Pik Lenin - auf dem Weg zum Basis Camp gegenüber der Nordseite
Emilio Previtali, 34 intensiv gelebte Jahre (siehe Kasten "Emilio tröpfchenweise"). Zu den schon vielen Tätigkeiten is er nun auch Herausgeber von Free.Rider, eine neue Zeitschrift von Vivalda verlegt. Geboren und wohnhaft in Bergamo, verheiratet mit Michaela und Vater von Daniele und den Zwillingen Anna und Giulia. Snowboarder und ständig auf der Suche der eigenen Grenzen. Emilio und das Snowboard, Emilio und die Klettertour, Emilio und das MTB, Emilio und der Iron Man, aber vor allem Emilio und der freie Denker. Versuchen wir diesen energiegeladen Menschen näher kennenzulernen, seine Ideen, seine Träume, seine Pläne, und seine Geheimnisse zu verstehen, wie er all diese Tätigkeiten in Einklang bringt.
FREERIDER: WAS DER ERSTE GEDANKE WENN DU AN DIESEN BEGRIFF DENKST ODER
IHN HÖRST?
Der erste Gedanke ist free, frei, nicht zufällig ist der Titel dieser
Zeitschrift FREE in Großbuchstaben und rider in klein geschrieben, wo
der Begriff "rider" eine Verbindung zwischen Vorstellung und Wirklichkeit
symbolisiert.
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| Emilio am Verbier Xtreme (Foto ASCC.Freeride) |
HABE DIE ERSTE AUSGABE VON FREE.RIDER SEHR GESCHÄTZT, UM NICHT ZU
SAGEN ICH FAND SIE SEHR MITREISEND, AUSGEGLICHEN IN DER STRUKTUR UND FEURIG
IN DEN REPORTAGEN
Unsere Absicht ist es, einen Ruck in die aktuelle Auffassung des Skifahrens
zu geben und über alle Bereiche der alpinen Tätigkeiten zu sprechen
, vorallem in ihren winterlichen Eigenschaften, um so hochwertige Bilder (Eindrücke)
und Artikel zu verbinden, die auch eine gewisse Tiefe haben: Interview, Eindrücke,
Standpunkte der Protagonisten.
Es ist sehr schwierig einen ausgewogenen Geschmack zwischen den beiden Aspekten
zu finden, aber gerade in dieser Suche wird die Zukunft der alpinen Presse
sein.
MIT WIEVIELEN AUSGABEN WERDET IHR ANFANGEN?
In diesem ersten Jahr werden wir mit drei Ausgaben herausgeben, mitte Oktober,
mitte Dezember und mitte Februar, im voraus kann ich schon sagen dass es mit
großer Wahrscheinlichkeit auch eine Sommerausgabe geben wird, in der
wir über Outdoor in den Bergen schreiben: Mtb, Boulder und alles das
den Geist des FREE.rider wiederspiegelt.
WENIGE AUSGABEN, MIR GEFÄLLT DIESE WAHL. ICH GLAUBE, DASS DIES SYMTOMATISCH
FÜR DIE HOHE QUALITÄT DIESER ZEITSCHRIFT IST. STIMMT DIES?
Die Wahl ist an verschieden Überlegungen gebunden: die Notwendigkeit
des Verlegers die Reaktion der Leser zu verstehen und nicht zugleich eine
Zeitschrift zu haben, die unter allen Umständen voll werden muss und
dann unausgeglichen zwischen den Fotos und Inhalten und zwischen den Berichten
und Werbeanzeigen wird und alles zum Nachteil der Qualität, von der wir
zuerst gesprochen haben. Anfänglich wollten wir nur eine Spezial-Ausgabe
für die ganze Wintersaison machen und erst mit der Zeit das weitere Vorgehen
zu entscheiden, das Material zu sammeln, die Sponsoren zu kontaktieren, das
richtige Verhältnis suchen von dem schon gesprochen wurde. Im laufe der
Arbeit und die beim sondieren der Bedinungen haben wir entschlossen drei Ausgaben
herauszubringen. Genau die richtige Anzahl um die wirtschftlichen Aspekte
mit den redaktionellen Verpflichtungen in Einklang zu bringen.
WIE VEREINBAREN SICH DIE VIELFÄLTIGEN AKTIVITÄTEN, DIE DU UNTERNIMMST
UND VERFOLGST?
Es ist ziemlich schwierig, vorallem jetzt wo ich viele verschiedene Projekte
verfolge. Ich habe ein wenig meine Arbeit gewechselt, vorher wirkte ich mehr
innerhalb einer Firma (SCOTT) bei Projekten die natürlich zu der Firmenstrategie
passen mussten. Einmal von diese Umgebung verlassen, bin ich jetzt selbst,
der Projekte ausdenkt und entwickelt und entscheide welchen ich folge. Es
ist viel komplizierter aber unerlässlich, und fällt auch in die
persönliche Entwicklung, menschlich als auch beruflich, hinein, was ich
als sehr wichtig erachte. Es ist undenkbar ausschließlich für ein
Magazin oder für eine Firma zu arbeiten oder nur für Kunden Expeditionen
durchzuführen. Mein Beruf und meine Zukunft ist jetzt zu erreichen, mich
mit den all den verschieden Projekten auf höchstem Niveau zu beschäftigen.
Ein echtes Abenteuer.
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| Base Camp - Foto Luca dalla Palma |
ZUSAMMENFASSEND, BEI WIEVIELEN PROJEKTEN ARBEITEST DU?
FREE.Rider, das Magazin.
Freeridermag.com, das Online-Magazin.
FREEridespirit.com, meine eigene Website.
Die Ortovox Camps, für die Sicherheit in den Bergen.
Mit einigen Firmen für die Entwicklung von Ausrüstung und Material.
An den Reisen und Expeditionen für das nächste Jahr.
DAS REICHT! DAS REICHT ZUM VERRÜCKTWERDEN! (Emilio lacht scheinheilig)
WANN HAST DU MIT DEM SNOWBOARD ANGEFANGEN?
Ich habe mit dem Monoski im 85/86 angefangen und dann ein Snowboard aus Neugierde
gekauft, nur so zum probieren. Wir waren in wenigen und man hat uns angeschaut
als wären wir vom Mars und in den meisten Skigebieten wurde uns das Benutzen
der Aufstiegsanlagen untersagt, weil sie es für zu gefährlich hielten.
FÄHRST DU NOCH MIT DEN SKIERN?
Ich habe sie für 12 Jahre nicht mehr benützt außer gelegentlich
für Skitouren. Seit dem letzten Jahr fing ich wieder mit den breiteren
Skiern an und fand große Befriedigung. Aber ich bleibe trotzdem ein
Snowboarder, der nur gelegentlich die Skier benützt, Kurse ausgenommen,
vor allem im Neuschnee.
SPRECHEN WIR NUN VON DEM, DAS UNSER HERZ HÖHER SCHLAGEN LÄSST:
DIE BERGE UND DIE MÖGLICHKEIT, SIE IN ALLEN VARIATIONEN ZU ERKUNDEN.
DEINEN AKTIVITÄTEN FOLGEND, VOR ALLEM DIE EXPEDITION ZUM PIK LENIN, ALS
AUCH DIE ANSTRENGUNGEN DER ANDEREN RIDER (WENIGE), HABE ICH EINDEUTIG EIN
QUALITÄTSSPRUNG WAHRGENOMMEN, EINE EVOLUTION AUF DIE BERGE ZU GEHEN,
DEN ALPINISMUS ZU ERLEBENN, IN SEINER WEIT REICHENSTEN BEDEUTUNG. DER GIPFEL
NICHT WIE EIN EINFACHES ZIEL NACH DEM AUFSTIEG, WO UNS NACHHER DIE RÜCKKEHR
ERWARTET, SONDERN ZIEL UND START FÜR ZWEI TEILE DER GLEICHEN TOUR.
Das ist Freeriding, der wirkliche Kernpunkt der Frage. Für den Bergsteiger
ist sein Erfolg die Ankunft auf dem Gipfel, ein erfolgloser Gipfel seine Niederlage.
Für einen Freerider ist dieses Konzept überholt, die Erfahrung in
der Gesamtheit ist das Ziel. Auf das Erreichen des Gipfels freut sich jeder,
aber zwischen dem Erreichen des Gipfels mit mäßiger Abfahrt und
das nicht Erreichen, um sich dann in eine großartige Abfahrt zu werfen,
wähle ich die zweite Möglichkeit aus. Wie mir das auf dem Chooyu
passiert ist.