Emilio Previtali und FREE.rider
<< [2/3]
Emilio auf Peter Pan (8a), Cornalba (BG) (Foto ASCC.Freeride)

WIE SIEHST DU DIE VERBINDUNG ZWISCHEN ABENTEUER UND DEN BERGEN?
Wenn ich ans Abenteuer denke, dann denke ich nicht an einen großen Berg, an eine große Höhe, sondern ich denke an das Gefühl, das du hast, wenn du etwas machst, wo du dachtest, dass dies nicht möglich wäre, wenn du einen Traum verwirklichst.
Abenteuer ist auch, an einem neuen Plan zu arbeiten: am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Gesellschaft, also nicht obligatorisch etwas, daß die Berge betrifft. Du siehst, das was zählt ist nicht "was" sondern "wie ".
Ich fing an, das Abenteuer in diesen Bereichen wahrzunehmen, genau dann als ich mich in kleinen Bereichen bewegte, wenn ich kletterte, (a.d.R. Emilio kletterte schon 86 den 8b und den 7c auf Sicht) zu den Zeiten versuchte ich Boulder kletterei, das was bis vor wenigen Augenblicken auch mit Anstrengung unmöglich schien, verwirklichte sich plötzlich mit Konzentration zwischen deinen Händen, und drängt dich zu neuen Grenzen. Wichtig auf diesem Weg ist die Fähigkeit die Eindrücke und die gemachten Erfahrung zu verarbeiten und sie zum integrierender Teil deines Wesen zu machen.
Ich denke, daß dies für das Abenteuer ist, eine Reise in dich selbst und nicht die Höhen und Zeiten, selbst wenn es bequemer ist, sie in Metern und Minuten zu messen, aber in Wirklichkeit das wesentliche eines Augenblick in einem Abenteuer ist, wie du es lebest.

UND DIE BERGE?
Physische Freude, an einem Platz sein, in der Kälte und mit dem Schnee, wo du Lösungen erfinden musst.
Also die Entschuldigung, um ein Abenteuer, die Eindrücke, die Ideen und die Pläne zu leben, von denen wir sprachen.

WAS DU SAGST UND SCHREIBST UND AUCH IN DIESEM INTERVIEW EINGEHEND BESPROCHEN WURDE, WIRD DAS MEHR JUNGE MENSCHEN BEWEGEN, DAS BOARD ZU SCHULTERN UM DAS EIGENE ABENTEUER ZU SUCHEN?
Nach meiner Meinung, ja. Ich, du und viele andere verbrachten viel Zeit, Bücher zu lesen von Abenteuern, Reisen und Leute , die versuchten, die eigenen Grenzen zu überschreiten, und von denen erhielten wir neuen Ansporn und Inspirationen um unsere Abenteuer zu leben.

In Verbier vor dem Rennen (Foto ASCC.Freeride)

EINE LETZTE FRAGE, WÄHREND DER DEINER ABWESENHEITEN VON DAHEIM, FEHLEN DIR NICHT DEINE KINDER, DEIN FRAU?
Sie fehlen mir, sicherlich. Es ist nicht leicht weg zu sein, weit entfehrnt von ihnen, aber ich kann in Harmonie mit mir und ihnen sein wenn ich mich verwirklicht fühle, dies ist auch ihnen klar. Ich kann nicht denken, um jeden Preis mich in Ordnung zu fühlen nur weil ich mehr Zeit zu Hause verbringe, wie auch immer wenn ich nicht auf Reisen bin, ist es mir sehr wichtig, so viel Zeit als möglich mit ihnen zu verbringen.

ALSO QUALITÄT NICHT QUANTITÄT
Klar, daß die Kinder auch qualitative Zuwendung brauchen und es ist auch notwendig einfach nur für einige Zeit anwesend für sie zu sein, aber es ist auch wahr, daß wenn ich wie ein Tier im Käfig leben muß, dann denke ich, dass ich kein guter Vater und Ehemann sein könnte.
Aber das ist mein und ihr Leben und ich kann in Einklang mit mir und ihnen sein, wenn weiterhin nach dem Gleichgewicht zwischen meinen und ihre Bestrebungen suche. Auch ist das ein großes Abenteuer.

Mir fehlen die Worte.
Diese Plauderei hat in mir einen Fluss an Eindrücke und Empfindungen in Bewegung gebracht, und ich würde noch Tag mit diesen Erzählungen verbringen, aber nun braucht es nur die Ruhe, ein wenig die Wogen glätten und warten bis sich das sich setzt, was wir gehört haben.

Emilio hat einen intensiven Blick, er weiß, was er will und wie er es machen wird, und das größte Geschenk ist, daß er weiß wie man es mitteilen kann. Ich kann nichts anderes machen außer ihm beglückwünschen und dieses Interview mit einem Zitat zu beenden, verneigen wir uns vor diesem Jedi und wünschen ihm: " DIE KRAFT SEI MIT DIR "

Interview von Maurizio Panseri, Übersetzung von Lorenz Psaier