| Interview mit Flow Daniaux |
Der Flow. Wenn man eine Liste zusammenstellen will, von den Sportarten, die
er betreibt, wäre die Speicherkapazität des Servers nicht genug.
Boarden, Klettern, Surfen, Skaten ...............................................
Habt ihr zum Beispiel das gewusst, dass er sogar ohne Snowboard fliegen kann?
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| Hoch über die Nordkette (Innsbruck) - Foto Flow Daniaux |
Er hat uns schon mit unglaublichen Drops und Runs (siehe zum Beispiel die Dolomites Extreme Story) verwöhnt, jetzt wollen wir ihn aber näher kennen. Also, Sonnenbrille ab!
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| Dolomiten - Foto Xandy Kreuzeder |
Geburtsdatum
5.12.72 in Innsbruck
Lieblingsspot
Seegrube
Was hast du mit der Flow Bindung zu tun?
Nix, bin ein Jahr für sie gefahren, sonst nix.
Wann hast du mit Boarden angefangen? Wo? Warum? (Das klingt fast wie eine
Verhörung...)
War begeisterter Sk8boarder und Windsurfer und drum war's für mich bereits
1986 klar, dass ich auch im Schnee auf einem Board unterwegs sein möchte.
Welche Rennen bist du gefahren, was hast du gewonnen?
Begonnen habe ich mit den Austria-Cups (auch ein paar Deutschland- nd Swiss-Cups),
bin zweimal Österr. Jugendmeister, sowie einmal Österr. Meister
(Herren) i.d. Halfpipe geworden. Bin zweimal Austria-Cup Freestyle-Gesamtsieger
geworden. Danach fuhr ich die WorldCupSeries mit, in welchen ich mich nicht
mehr so gut behaupten konnte: einige Platzierungen unter den besten 16 und
ein 4. Platz in einem WC in Japan.
Ich kann dir garnicht genau sagen in welchen Jahren ich welche Platzierungen
belegte, da ich all das "alte Zeug" (Ranglisten, Pokale, e.t.c.)
im Dachboden meiner Eltern gestapelt habe und ich vollkommen! in die Freeriderei
gewechselt habe. Das heisst, dass ich auch nicht besonderen Wert darauf lege,
was für Platzierungen ich "damals" belegt habe. Meine Rennkariere
brach ich vollkommen ab, als ich 1994, nach einer Castingsession, zusammen
mit Marius Johansen, einem professionellen Boarder aus Norwegen, für
die Hauptrolle in einem sog. "Short-Feature-Kinofilm" ausgesucht
wurde. Wir filmten einige Wochen in Chamonix und dann sieben Wochen in Alaska,
besuchten einen Schauspielkurs in München, wo wir auch die Studioaufnahmen
machten. Der Film "Secret Island" lief zusammen mit "Johnny
Mnemonic" in den Kinos im Oktober 95.
Deine steilste Abfahrt? Story about it?
Kann ich eigentlich nicht sicher sagen - bin in vielen Gebieten (Alpen [Tirol,
Schweiz, Chamonix, Dolomiten,...], Alaska, Himalaya,...) schon seit mehereren
Jahren auf der Suche nach dem "Perfect Ride", der da für mich
weniger der Steilste als mehr der Abwechslungsreichste (Cliffs, Shoots, Lips,
grosse Bowls,...) ist.
Bei mir zuhause auf der Seegrube (Nordkette, direkt nördl. über
Innsbruck) ist's schön steil, dort bin ich daheim, dort kenne ich mich
am besten aus und glaube dort die wohl "heissesten" Abfahrten erlebt
zu haben. Dahoam isch ebn dahoam!
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| Powderturn in den Dolomiten - Foto Xandy Kreuzeder |
Die Schreckliste Sekunde deines Snowboardlebens?
Habe einige hinter mir: z.B.: in Alaska am vorletzten Drehtag zu "Secret
Island" wurden der Kameramann, dessen Assistent und der Regisseur beim
letzten "Run" des Tages von einer etwa 250m breiten Lawine mit einem
1,5m tiefen Abriss einige Meter vor uns in die Tiefe mitgerissen. Zum Glück
konnten alle drei 4-500m tiefer unverletzt geborgen werden.
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| Klettersteig mit dem Board - Foto Xandy Kreuzeder |
Die wohl schlimmste Situation war jedoch wohl jene daheim auf der Seegrube:
Bei kritischen Schnee- bzw. Lawinenbedingungen fuhr ich in eine grosse Rinne
ein, wissend, dass auf der Ostseite der Rinne eine Lawine nur darauf wartet
losgetreten zu werden.
Ich befuhr diese Rinne selbstverständlich so, dass dies eigentlich nicht
passieren könnte - tat es auch nicht. Als ich mich jedoch im mittleren
Teil der Rinne befand, wo sie einen Trichter bildet den man passieren muss,
hörte ich "Achtung Lawine"-Schreie und wusste sofort, was sich
nachher auch bestätigte, dass jemand in ebendieses Lawinenpocket eingeahren
sein muss. Es herrschte auch noch starker Nebel und ich konnte nicht zu 100%
sagen wo im Trichter, den die auf mich zukommende Lawine auch passieren musste,
ich gerade umging.
Also hatte ich nur noch die Möglichkeit geradeaus abwärts zu glühen und irgendwann, hoffentlich hinter dem Trichter nach rechts abzubiegen. Kaum war ich abgebogen, hörte ich die Lawine neben mir vorbeidonnern und spürte den starken Wind den sie erzeugte. Wegen dem Nebel konnte ich nichts davon sehen bis plötzlich zwei Snowboarder und ein Skifahrer von der Lawine mitgerissen ebenfalls neben mir (ca.15m) vorbeiflogen. Ich fuhr sofort zum Lift und schlug Alarm. Wieder konnten die "Mitgerissenen" mehr oder weniger wohlbehalten befreit werden - der eine Beinbruch war in dieser Situation fast nicht mehr der Rede wert.