Tagestour: Grünstein Umfahrung

Ausgangspunkt: Biberwier in Tirol

Höhenunterschied: 900 Hm im Aufstieg, 1500 in der Abfahrt

Günstige Jahreszeit: Februar bis April

Hangrichtungen: alle

Zeit: 3,5 Std für Aufstiege (wenn die Lifte in Biberwier gehen), insgesamt aber tagesfüllend

Literatur: Demmel/Schneider, Bayerische Alpen (50 lohnende Skitouren), Bergverlag Rudolf Rother

Karte: Kompass 1:50.000 Nr. 25, Ehrwald-Lermoos-Mieminger Kette

Text und Fotos by: Urs

Grünstein-Umfahrung, 2272 m

In April sagten Freunde uns (gleichbedeutend für Elke und Urs), daß die Grünstein-Umfahrung so gut ginge. Selbst auf dieser niedrigen Höhe sollte es noch Pulver haben. Also beschlossen wir diesen Tourenklassiker mal anzupacken. Er liest sich ja auch super: 1500 Hm Abfahrt bei 900 Hm Aufstieg und das ganze in einer Kulisse wie in den Dolomiten.

Natürlich kam wieder alles ganz anders. Um 8 morgens kamen wir bei der Talstation der Lifte von Biberwier an. Ist normaler weise ausreichend, da die Lifte von Biberwier den Anstieg erheblich verkürzen. Normalerweise!! Bei uns hatte man ein paar Tage zuvor beschlossen gehabt, trotz super Schneelage die Lifte im Zuge von Umbaumaßnahmen abzubauen. Wir schauten ziemlich blöd rein. Die Sessellifte waren einfach weg. Nichts mit leichter Tour, es kamen noch einmal 600 Hm hinzu und die Sonne konnte in dieser Zeit den Pulverschnee schön schwer machen.

Über die Pisten stiegen wir grantelnd recht schnell zur Bergstation am Marienbergjoch (ca.1780m) rauf, dann querten wir auf deutlich sichtbaren Spuren östlich ins Hölltor. Hierbei steuert man einen von weitem sichtbaren Sattel an (ca.1Std.). Dort angekommen ging´s runter in die sogenannte Höll. Super Hänge, die bei uns optimal aufgefirnt waren. Im Talboden mussten wir uns stoppen, zu reizvoll wäre es gewesen nach rechts Richtung Nassereith weiter abzufahren (auch möglich, dann Rückkehr zum Auto über den Fernpaß). Aber das hatten wir nicht geplant. Nun hieß es wieder ran mit den Fellen. Mittlerweile war es auch schon ziemlich spät Die Aprilsonne brannte erbarmungslos und wir mussten uns zur schmalen Lücke der Grünsteinscharte (2272m) hinauf quälen.

Ab dort hatten wir es fast geschafft. Durch eine enge Rinne mussten wir kurz abrutschen und uns dann für eine Abfahrt entscheiden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die klassische Route zweigt nach links zur Coburger-Hütte ab und von da nach Ehrwald. Schöner ist es aber nach rechts (Nordosten) leicht ansteigend zum Hinteren Tajatörl zu queren. Dort angekommen konnten wir uns dann endlich das Brendlkar hinunterstürzen bis hinunter zum Brendlsee. Obwohl wir so spät dran waren gab es im oberen Teil noch Pulver. Unter war der Schnee dafür ziemlich schwer. Dafür war das Panorama traumhaft. Vom Brendlkar kann man übrigens sehr gut die Extremabfahrt "Neue Welt" an der Zugspitze einsehen. Vom Brendlkar geht's dann noch einmal über schöne steile Hänge zu einem breiten Forstweg (Loipe). Über diese Loipe kommt man dann nach Nordosten haltend leicht ansteigend ins Ehrwalder Skigebiet und über dieses zur Talstation nach Ehrwald. Die Abfahrt war bei uns Mitte April problemlos bis zur Talstation möglich. An der Talstation ging es dann nach viel Apfelstrudel per Anhalter zurück nach Biberwier zu unserem Auto. Eine super Rundtour.

Übrigens keine Angst. Die Lifte laufen diesen Winter wieder ganz bestimmt (wenn es bei uns mal endlich schneit!)


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