The Canadian Experience 2000: Organisation
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1. Flug:

Flughäfen Vancouver oder Calgary. Ich bin nach Calgary geflogen. Für meine Ziele (Banff, Canmore, Lake Louise und Rogers Pass) liegt diese Stadt günstiger. Canmore erreicht man mit dem Auto in ca. 2 Stunden. Im Internet gibt es jede Menge Billigangebote. Ich habe bei Lufthansa meinen Flug gebucht. Für den Zeitraum Ende März / Anfang Juni gibt es immer ein Sonderangebot, da die Skisaison eh vorbei ist. Genau wenn die Backcountry Saison startet!!! Frankfurt - Calgary und zurück ca. 900 DM. Einen Versuch Wert ist auch: Flug.de. Der Flug dauert ca. 9 Stunden, wenn ihr Glück habt (Wetter) könnt ihr Grönland sehen. Gepäck: bis zu 60 Kg, max. 2 Taschen. Brett, Boardschuhe, Aufstiegshilfe und Stöcke zusammen, der Rest im Rücksack.

2. Autovermietung

Ohne Auto ist es schwierig, sich in den Rockies zu bewegen. Die Busse (Greyhound Lines, Inc.) sind teuer und langsam, und halten nicht an, wo die Wege in Richtung Hütten losgehen. Wenn man mit 2 -3 Leute unterwegs ist, ist ein Auto gar nicht so teuer. Mit e-Sixt kann man ein Auto auf der ganzen Welt reservieren. Einfach am Flughafen das Auto abholen und los! Die Kanadier messen die Geschwindigkeit in Km, nicht in Meilen. Wenn man in die Rockies fährt, ist es fast unmöglich sich zu verfahren. Es gibt dort nicht so viele Wege. Man fährt von Calgary nach Vancouver über den Highway Nr. 1. Das war´s.

3. Per Anhalter

Da die Kanadier sehr gerne Pick up Autos fahren, haben sie auch viel Platz für Passagieren und Gepäck. Leider (....) gibt es in den Rockies nicht so viel Verkehr, da kann es passieren, dass man ein paar Minuten warten muss, bis ein Auto oder ein LKW vorbei fährt. ABER viele Autos halten an, insbesondere wenn die Leute sehen, dass der Hitchjaker ein Boarder (also nicht unbedingt ein Junkie) ist. Ich habe nie länger als eine ¼ Stunde warten müssen, bis mich jemand mitgenommen hat. Und die Fahrer waren alle extrem nette Leute. Meine längste Strecke war Rogers Pass - Lake Louise (ca. 200 Km), die kürzeste Lake Louise - Canmore (ca. 90 Km). Es hat Spaß gemacht. Ich muss dazu sagen, ich fahre normalerweise nicht gerne per Anhalter. Nur in den Bergen mache ich es, weil ich weiß, dass 90% der Leute, die da unterwegs sind, ok sind (entweder Sportler oder Bergleute). Auf der anderen Seite, wenn ich selber fahre, nehme ich nur in den Bergen Leute mit.

4. Unterkunft

Als Ausgangspunkt würde ich das Clubhouse der Alpine Club of Canada (ACC) in Canmore empfehlen. Da findet man alles, was man für die Touren braucht: Literatur, Wettermeldungen und die netten Leute vom ACC, die gerne Auskünfte geben. Fast alle Backcountry Hütten gehören dem ACC und können direkt bei dem Clubhouse reserviert werden. Falls ihr DAV Mitglieder seid, kriegt ihr die Sondertarife wie die ACC Mitglieder. Eine weitere günstige Unterkunftsmöglichkeit ist das Canadian Alpine Centre in Lake Louise. Dort gibt es keine Bergsteigerstimmung, aber die Unterkunft liegt sehr nah zum Skigebiet, falls man sich 1-2 Tage Erholung von den Backcountry - Strapazen gönnen will. Wenn man in dem Backcountry unterwegs ist, übernachtet man in den ACC Hütten. Sie sind alle Selbstversorgungshütten, das heißt jeder muss sein Zeug mitschleppen (einschl. Abfall). Normalerweise findet man in der Hütte alles, was man zum kochen und heizen braucht. Fließendes Wasser gibt es nicht (Schnee schmelzen und kochen lassen). Zum Schlafen gibt es Matratzen. Decken sind nicht vorhanden. Alle Infos findet ihr bei dem ACC. Viele Kanadier, die Mehrtagestouren machen, schlafen im Zelt. Die haben aber kein Brett auf dem Rücken.

5. Literatur und Karten

Die Bibel der Backcountry Touren ist das Buch "Summit & Icefields, Alpine Ski Tours in the Rocky and Columbia Mountains of Canada" von Chic Scott, Rocky Mountain Books. Das Buch ist für Skifahrer von einem Skifahrer geschrieben worden. Denkt immer daran, dass ihr ein paar Kilos mehr auf dem Rücken habt (falls ihr kein teilbares Board habt), insbesondere für die Märsche zur Hütte. Das Buch ist beim ACC erhältlich, oder bei Amazon.com. Karten gibt es von den National Topographical Series, 1:50000. Sie sind nicht immer genau, aber sie sind praktisch die einzigen. Man findet sie beim ACC, bei Mountain Equipment Co-op (Kette von Geschäften, die Bergausrüstung verkaufen) oder bei Map Town in Calgary. Falls ihr die Karten vor eurer Anreise nach Kanada haben möchtet, könnt ihr sie hier bestellen:

Canada Map Office
130 Bentley Avenue
Nepean, Ontario
Canada, K1A 0E9

6. Beste Reisezeit

Von Mitte März bis Ende April kann man gute Tourenbedingungen finden. Es kann natürlich sein, dass der Winter mit seiner vollen Kraft zurückschlägt oder, dass der Schnee taut und man im T-Shirt unterwegs ist. Also, wie in den Alpen, sich nach dem Zwiebelprinzip anziehen und dementsprechend warme Klamotten mitnehmen. Innerhalb von 2 Wochen (1.-17. April) habe ich alles erlebt: frühsommerliche Temperaturen sowie "Heavy Snowfalls", das heißt ein Meter Neuschnee innerhalb von 12 Stunden. Bitte flexibel sein: das Wetter können wir leider noch nicht bestimmen. Im Normalfall werdet ihr das Champagne Powder erleben, sowie einen guten Firn. Das Tageslicht ist in diesen Zeitraum genial: von 7 bis 19 Uhr ist es hell. Wenn es warm ist, muss man natürlich rechtzeitig los gehen, um kurz nach Mittag zurück zu sein. Sonst kann man 12 Stunden am Tag Tourengehen. Vorsicht: viele Touren befinden sich im Gletschergebiet. Wenn die Sonnenstrahlung stark wird, kann sein, dass die Gletscherspalten nicht mehr von ausreichend Schnee bedeckt sind. Bitte informiert euch bei den Rangers, wie die Lage auf den Gletschern ist, bevor ihr da hoch geht.

7. Guides

Klaus Kranebitter, der einzige wahre Backcountry-Boarding Bergführer! (Siehe Bericht). Er freut sich auf eure Mails. Board-Touren werden auch von Yamnuska organisiert. Die Termine 2001 stehen schon fest.

Zum Bericht Teil 1 Bilder