Samstag Nachmittag, 27. Januar 2000: ein Blick ins Internet verrät mir, dass es zur Zeit um den Brenner schneit und ein orkanmäßiger Wind in den Bergen weht. Es hat zwischen 40 bis 60 cm Neuschnee gegeben, laut Wetterbericht des Alpenvereins. Der Wind hat gefährliche Triebschneesammlungen und Schneeverfrachtungen gebaut, es herrscht Lawinenstufe 3 in der Nähe vom Brenner. Anderswo hat es nur 10 bis 20 cm geschneit, nichts...
Powder? Oder Zucker? Rider: Jens Telgenkaemper
Desweiteren sagt der Wetterbericht: morgen Zwischenhocheinfluß. "Tlin", es klingelt bei mir im Kopf. Hier ist ein Powder-Day, denke ich. Tourengehen ist zu gefährlich, bleibt nichts anderes übrig als auf der Piste zu fahren. Wo? Was gibt um den Brenner: Stubai, Hintertux und ein paar andere kleinere Skigebiete.
Noch ein Blick ins Internet: wegen Sturm in Hintertux haben am Samstag die Lifte zu . Also, es lohnt sich um 5:30 in der Früh aufzustehen und dahin zu fahren. In Januar ist es normalerweise nicht so viel los auf dem Gletscher: zu kalt, zu windig, alle andere Skigebiete sind offen.
Das ist eine P I S T E !!!
Um 8:15 stehen wir fast alleine vor der Gondel. Oben am Gletscher sind die Pisten sogar noch nicht präpariert: ein halber Meter Pulverschnee lässt sich gefahrlos unendlich gleiten, wir brauchen kaum abseits zu fahren. Die Sonne scheint und auch der schwache Wind, der in der Früh noch geweht hat, verschwindet. Es sind so wenige Leute unterwegs, dass wir den ganzen Tag Powder fahren können ohne Hetzerei. Mittagessen auf der Hütte ist gemütlich, anstehen ist heute ein Fremdwort hier oben.
Noch ein Blick, diesmal in die benachbarten Dolomiten, und wir fühlen uns wie Könige.
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Text und Fotos by: Marco Toniolo