Gran Paradiso (4061m)
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Es ist bereits Frühlingsstimmung als wir im Aostatal ankommen, doch für unser Vorhaben genau die richtige Zeit. Fast zwei Wochen sind wir nun schon kreuz und quer in den Alpen unterwegs um die neuen teilbaren Snowboards zu testen.
Als krönenden Abschluß wollen wir in zwei Tagesetappen vom Talschluß in Pont über die Rif. Emanuele zum Gipfel des Gran Paradiso. Marco, Bergkamerad und Fotograf freut sich darauf besonders, als Italiener muß man den Paradiso, einziger Viertausender auf gänzlich italienischem Boden gemacht haben. Er gilt als leichter Skiviertausender und ist für unser Vorhaben geradezu ideal.


Der heissen Spur folgend....

Die Zufahrt erfolgt aus dem Val d´Aosta durchs langgezogene Val Savaranche bis nach Pont, einer kleinen Siedlung auf 1960m. Vom Hüttenwirt der Rif. Emanuele erfahren wir daß die Verhältnisse im Moment recht gut sind, außerdem sagt der Wetterbericht stabiles Hochdruckwetter voraus. Wir haben also die besten Voraussetzungen. Im einzigen Hotel vor Ort schlagen wir erst einmal unser Lager auf, sortieren und überprüfen unsere Ausrüstung, studieren Karte und Führer und, das Wichtigste: Essen gut zu Abend. Das Weißbier tut den Rest und bald fallen wir müde in die Betten.

Der Morgen erwacht bei herrlichstem Wetter, tiefblauer Himmel, kristallklare Luft und als wir endlich angefellt haben leuchten die umliegenden Gipfel bereits in der Sonne. Für den Hüttenaufstieg gibt es zwei Möglichkeiten, entweder über eine schütter bewaldete Steilstufe nach ca. 20 Minuten vom Parkplatz direkt zur Hütte, oder in einer weiten Schleife zuerst Richtung Gran Etret bis auf 2900m und in einer langen Querung zur Hütte.
Wir entscheiden uns für die zweite Variante, da sie das bessere Panorama bietet und die Waldstufe teilweise schon ausgeapert ist. Sanft geht es Richtung Etret bergan, wir gewinnen nur langsam an Höhe und streben gierig den ersten Sonnenstrahlen entgegen.

Es wird wärmer und wärmer je höher die Sonne steht, die umliegenden Schneeflanken reflektieren zusätzlich wie in einem gewaltigen Parabolspiegel. Bald gehen wir im Unterhemd und saugen in immer kürzeren Abständen an den Trinkflaschen. Das Gelände wird steiler und auf 2900m beginnt die lange Querung, der Schnee ist ziemlich aufgeweicht und es macht Mühe voranzukommen. In ständigem leichtem Auf und Ab geht es ca. 1 Stunde bis zum letzten Sattel vor der Hütte. Doch das überwältigende Panorama entschädigt für den vergossenen Schweiß.

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Bitte vorher sich über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.

Gebiet: Parco Nazionale del Gran Paradiso

Startpunkt: Pont (1960m), Valsavaranche, Aostatal.

Anreise: von Aosta taleinwärts in Richtung Monte Bianco bis Villeneuve. Hier links hoch ins Valsavaranche Tal bis zum Ende der Asphaltstrasse

Wegbeschreibung
1. Tag: von Pont taleinwärts über die Langlaufloipen. Nach ca. 20 min links steil hoch über den Sommerweg zur Vittorio Emanuele II Hütte.
2. Tag: von der Hütte in Richtung Nord-Ost bis zum ersten Steilhang (Anfang des Gletschers). Weiter bis zum zweiten Steilhang (lange und kraftraubende Querung wenn verblasen, eventuell Steigeisen). Man befindet sich jetzt auf einem Rücken, wo die zwei Gletscher (Paradiso und Laveciau) sich treffen. Kurz vor dem Bergschrund Skidepot, weiter mit Steigeisen und zum Schluss mit leichter aber ausgesetzter Kletterei bis zur Madonnina.
Abfahrt: wie Aufstieg

Höhenunterschied
1. Tag: ca. 800 Hm
2. Tag: ca. 1300 Hm

Hangrichtung: N, O

Stutzpunkt: Rifugio Vittorio Emanuele II (2775m), Tel +39-0165-95920. Den Hüttenwirt nach den Bedingugen unbedingt fragen!

Günstige Zeit: April - Mai

Lawinen: Lawinen Aostatal

Schwierigkeit: schwer

Zusätzliche Ausrüstung: Steigeisen

Kartografie: IGM 1:50.000 "Gran Paradiso"

Literatur: "Skiführer Westalpen" von Reihnard Klappert, Bergverlag Rother.

Text by Edgar Brigel
Fotos by Marco Toniolo


Gipfelfoto

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