| Gran Paradiso 4061m |
Die 300 Hm Abfahrt zur Hütte genießen wir in Vorfreude auf etwas
Kühles. Es herrscht dort reges Treiben und unsere teilbaren Snowboards
stoßen auf großes Interesse, aber auch auf ungläubige Blicke.
Bei einem kühlen Bier erzählt uns der Wirt daß wir die ersten
sind die mit Splitboards auf den Gran Paradiso wollen. Im Winter ist die Hütte
verhältnismäßig wenig besucht, im Sommer ist das anders, meist
überfüllt, rennen regelrechte Massen auf den begehrten Gipfel.
An unserem Vorhaben besonders interessiert zeigt sich Ivan, eine Einheimischer
aus Aosta, der bereits unzählige Male auf dem Paradiso war und nach gegenseitigem
Kennenlernen mit uns zusammen zum Gipfel will , uns kommt das nur recht. Wir
dösen vor der urgemütlichen Hütte, genießen die Aussicht
auf die umliegenden Gipfel.

Ciarforon (links) und Tresenta
Besonders interessant sieht der La Tresenta aus, der Hausberg der Hütte, der eisgepanzerte 50 Grad steile Gipfelhang läßt uns von einer Abfahrt träumen. Schließlich lassen wir uns die letzten wärmenden Sonnenstahlen ins Gesicht scheinen, Zeit fürs Abendessen. Ausgiebig füllen wir unsere Kohlehydratspeicher, das Bier schmeckt, 22 Uhr Hüttenruhe, in Vorfreude auf den nächsten Tag schlafen wir ein.
Wir sind die ersten die sich nach dem üblichen Brot-, Butter-, Marmelade- Frühstück auf den Weg machen, Ivan geht voran, griffiger Schnee, ideales Wetter und noch angenehme Temperaturen lassen uns den Steilhang von der Hütte hoch zügig vorankommen. Bald kommen wir in ein weites Hochtal, niemand sonst ist unterwegs, nur wir drei. Wir finden unserern Rythmus, nehmen die Stille und Einsamkeit in uns auf, die zunehmende Höhe merken wir nur an unseren Höhenmessern, durch die vorangegangen Tage sind wir super akklimatisiert.
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Board-Depot. Jetzt geht´s mit
Steigeisen weiter
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Schließlich erreichen wir die zweite Steilstufe. In Spitzkehren und weiten Querungen überwinden wir die 300 Höhenmeter. Zu allem Überfluß versagt gerade hier meine Steighilfe, konzentriert setze ich Schritt für Schritt die Harscheisen in den harten Schnee, hier ist ausrutschen verboten. Wir sind nun auf 3600 Meter Höhe und gehen wieder flacher auf den riesigen Hängegletscher zu, der sich vom Gipfel des Gran Paradiso nach unten zieht, bedrohlich und wunderschön zugleich.
Auf 3800 Meter machen wir Depot und gehen mit Steigeisen, das Gelände
ist total verblasen und teilweise vereist, so sind wir schneller. Das letzte
Hindernis zum Gipfel ist der Bergschrund, einzeln in Abständen überwinden
wir ihn mit einem weiten Schritt.
Nach leichter Blockletterei haben wir es geschafft, wir stehen auf dem Gipfel
des Gran Paradiso mit der berühmten Madonnenstatue.
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| Gletscherlbruch |
Nach kurzer Rast machen wir uns auf den Rückweg und treffen unterhalb
des Gipfels auf einen einzelnen Tourengeher, wir hatten ihn schon länger
hinter uns beobachtet und bemerkt daß er recht schnell unterwegs ist.
Wir kommen ins Gespräch, er heißt Giovanni kommt ebenfalls wie
Ivan aus der Gegend und ist in der gleichen Zeit wie wir von der Hütte
vom Tal aus die 2100 Höhenmeter aufgestiegen.
Er kennt sich super aus, wir fahren gemeinsam ab und er zeigt uns die besten Plätze für unser Fotoshooting, steile Rinnen mit Pulverschnee, traumhafte sonnenbeschienene Firnhänge, unsere Herzen schlagen höher, die Gefühle machen Purzelbäume, Adrenalin in den Adern, wir genießen den Rausch, leider viel zu schnell vorbei...............
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| 2000 Höhenmeter Abfahrt |
Schon sind wir wieder bei der Hütte, machen noch eine kurze Pause und packen unsere ganzen Sachen zusammen. Mit schweren Rucksäcken treten wir die Talabfahrt an, immer wieder müssen wir die Boards abschnallen und über die aperen Stellen tragen bis wir schließlich wieder in Pont sind. Auf dem Rückweg durchs Aostatal ist es so warm und sommerlich, daß wir fast nicht glauben können mittags noch in der Gletscherwelt des Gran Paradiso gewesen zu sein. Wir sind uns einig, der Paradiso hat seinen Namen zurecht.
Bitte vorher sich über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.