Tofana di Rozes 3225 m
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12. Mai 2001, Dolomiten. Fast alle Hotels sind geschlossen, die Südtiroler sind im Urlaub, die Zwischensaison interessiert keinen Menschen. Wirklich? Dieses Jahr liegt so viel Schnee auf den Enrosadüra-Bergen, dass wir nicht widerstehen können. Wir suchen den kronenden Abschluss der Tourensaison und entscheiden uns für die Tofana di Rozes.

Übernachtet wird in St. Kassian, wo ein Hotel das ganze Jahr über geöffnet hat. Es bietet Zimmer (auch) für die Arbeiter aus Süditalien, die in der Zwischensaison bei der Instandhaltung bzw. Erweiterung der zahlreichen Gasthöfe / Pensionen helfen. Soviel Arbeit gibt es hier und in Süditalien jeder vierte Jugendliche ist arbeitslos...


die felsige Südwand der Tofana di Rozes

Morgens um 5:30 stehen wir auf, mit dem Auto fahren wir über den Falzaregopass in Richtung Cortina d´Ampezzo und biegen links ab zur Dibona Hütte. Erstaunlicherweise ist die Strasse geräumt worden, wir kommen bis zur Hütte mit meinem VW Golf. Die Sonne geht langsam auf, die ersten Sonnenstrahlen beleuchten die imposante Südwand unseren Ziels. Aus dieser Seite sieht eine Gipfelbesteigung mit dem Snowboard unmögilch aus. Ist sie auch, hier kann man im Sommer klettern oder weiter westlich den Libella Klettersteig begehen. Die Nordseite ist die "Winter"-Seite.

Der Schnee ist hartgefroren, Conny und ich montieren gleich unseren Harscheisen und starten die Tour. Von der Dibona Hütte geht es in Richtung Rifugio Giussani, wir müssen über eine ziemlich steile Rinne zwischen den Felsen gehen, bevor wir auf die Nordseite der Tofana gelangen.
Wir haben Gesellschaft, denn eine Dreiergruppe aus Cortina folgt uns. Sie haben einen wunderschönen Hund namens Buck, der ständig zwischen uns und ihnen läuft, es sieht so aus als ob er uns alle fragen würde, wieso wir so langsam sind, und er schon längst oben am Gipfel wäre.


auf der Nordseite der Tofana di Rozes. Im Hintergrund die Tofana di Mezzo

Bitte vorher sich über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.

Gebiet: Cortina d´Ampezzo

Startpunkt: Dibona Hütte (2083 m), von Cortina in Richtung Falzaregopass bei einer Höhe von 1687 m rechts abzweigen. Weg im Winter nicht geräumt (dann: +400 Hm und 1 Stunde)

Wegbeschreibung: Durch das weite Kar in Richtung Nord. Wenn es schmäler wird und sich in zwei Äste teilt, wählt man die rechte Mulde. Weiter zum Rifugio Giussani (2580 m). In einem weiten Linksbogen nähert man sich der Nordostflanke der Tofana di Rozes. In zunehmender Steilheit erreicht man den Gipfel

Höhenunterschied: 1142 m

Hangrichtung: Nord, Süd

Günstige Zeit: April - Mai

Lawinen: nur bei Firn ratsam. Lawinen Südtirol

Schwierigkeit: schwer

Zusätzliche Ausrüstung: Steigeisen

Kartografie: Tabacco 1:25000 Nr. 03: "Cortina d´Ampezzo e Dolomiti Ampezzane"

Literatur: Skitouren Dolomiten, Rudolf Weiss, Steiger Verlag

Text & Fotos by Marco Toniolo


Gipfelsturm

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