Free-mondshine-ride in Hoch-Ybrig
- Ausgangspunkt: Skigebiet Hoch-Ybrig bei Einsiedeln,
Zentralschweiz
- Höhenunterschied: 1100 Hm
- Hangrichtung: N
Irgendwann im Januar oder Februar des Winters 2000, kurz
vor 16:00, kommen wir vom letzten geilen Powder-Run im "freeride" Hang der Weglosen
an der Talstation an und rennen auf die Gondel, damit wir noch kurz vor Liftschluss
auf die Sternen-Sesselbahn kommen.
Oben beim Sternen geht es zuerst mal mit den anderen Snowboard- und Skilehrern
in die Beiz was trinken (war übrigens kein Alk). So gegen 17. 00 steigen
wir noch die rund 10min auf den Grossen Sternen hoch, um die letzte Powderabfahrt
in unverspurtem Tiefschnee zu geniessen.
Auf dem Gipfel schauen wir aber zuerst mal ins Wäggital hinunter und geniessen
die beginnende Abenddämmerung. Sogar der Mond ist schon ganz schwach am
Himmel sichtbar. Michi fragt in die Runde, ob denn heute Vollmond sei. Keiner
weiss es, aber es sieht so aus, als ob es eine sternenklare Nacht bei Vollmond
oder fast Vollmond werden würde. 
Zum Spass sage ich, dass es doch sicher ganz friedlich wäre, oben auf den
Forstberg die Nacht zu geniessen. Rebecca meint, dass man doch heute Abend noch
dort hoch hinken könnte und so gegen Mitternacht wieder runter ins Tal
fahren. Wir diskutieren noch etwas scherzhaft darüber, dass wir so was
machen könnten. Mittlerweile ist es schon 17:25 und das letzte Postauto
fährt um 17:30 im Tal ab. Shit, wir müssen uns beeilen...
Also schnallen wir das Board an und machen wieder mal eins unseren "privaten"
freeride Rennen den 30-45 Grad steilen Hang hinunter. Zum Glück haben wir
die freeride Ausrüstung an und kennen den Hang mit seinen kleinen Cliffs
in und auswendig, denn wir rasen wie die wahnsinnige den Berg hinunter.
Unten angekommen schnallen wir das Board ab und springen über den Parkplatz
zum Postauto. Leider sehen wir nur noch die roten Schlusslichter ... Zwar ist
Marc mit dem Auto da, aber wir andern nicht ... Wie bringen wir 5 Boards, davon
drei 2m Tanker mitsamt den Fahrern in einen Golf ? Irgendwie aussichtslos. Laufen
? Sollen wir jetzt wirklich 10km mit dem Board auf den Rucksäcken der Strasse
entlang nach Unteriberg (das nächste Dorf) laufen? Wir haben dazu genau
so wenig Lust wie darauf zu warten, bis jemand anders noch von der Beiz oben
am Berg runtertorkelt und uns mitnehmen kann.
Also machen wir uns plötzlich ernsthafte Gedanken, ob wir nicht doch die
ca. 4 Stunden auf den Forstberg hinken sollen um die nächtliche Aussicht
zu geniessen. Runterfahren ist nicht so ein Problem, da jeder von uns den Berg
gut kennt, und der Voll(?)mond den Hang ausreichend beleuchtet. Wir machen uns
also etwa zwischen 17:45 und 18:00 mit Schneeschuehen auf den Weg Richtung Gipfel.
Da wir es gemütlich nehmen und immer wieder anhalten um rumzualbern brauchen
wir für die 3-4 Stunden Aufstieg beinahe bis um zehn Uhr abends.
Oben angekommen sind wir beinahe von der Aussicht überwältigt, die
sich uns bietet. Man sieht in der klaren Nacht sogar die Lichter von Zürich.
Nachdem wir etwa eine Stunde oben auf dem Gipfel die Aussicht genossen und etwas
"geträumt" haben, fahren wir Richtung Tal los, bevor der Mond den Nordhang
nicht mehr beleuchtet. Das Runterfahren ist genial, zwar sehen wir 1 oder 2
Bodenwellen nicht, was zu schrägen Bewegungen und Rudern führt und
wir können nicht mit unserer "normalen" Geschwindigkeit runtersausen, aber
es ist ein Erlebnis, dass wir sicher nicht vergessen werden. Der Marsch nach
Unteriberg bleibt uns dann doch nicht erspart, aber es hat sich gelohnt.
Ich denke, wenn was Wetter und die Bedingungen stimmen, werden wir das ganze
dieses Jahr erneut durchführen (dieses mal aber nicht spontan) und es dann
auch auf der Webseite www.white-junkys.ch
angeschlagen, damit andere, die Lust auf so was haben, mitkommen können.
Text © by Ralph Castelberg
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