Tagestour: Piz Tasna
  • Ausgangspunkt: Scoul im Unterengadin (Schweiz)


  • Höhenunterschied: nur Aufstieg 700 Hm durch Benutzung der Liftanlagen


  • 1. Abfahrt: 300 Hm


  • 2. Abfahrt: 1600 Hm


  • Hangrichtung: E,N,S



  • Literatur

  • Vital Eggenberger, Skitouren Graubünden vom SAC, 5.Aufl. 1999 (super an dem Führer ist, dass Touren die für Snowboards geeignet sind, als solche vom Autor gekennzeichnet werden)


  • Karte: Skitourenkarte von Scuol (Schweizer Landeskarten)



  • Text und Fotos by: Urs

    Piz Tasna (3179 m, geplant), Piz Davo Lais (3027 m, nach Änderung der Tour)

    Fasching 2000 verbrachten wir (Urs und Elke) im Unterengadin. Kurzentschlossen fuhren wir mit unserem Bus (Standheizung!!) los. Wir übernachteten auf dem Parkplatz der Skilifte von Scuol, etwas oberhalb der Stadt.

    Am Sonntag ging es bei strahlenden Wetter und 50cm Neuschnee los. Zunächst fuhren wir mit der Bahn und anschließend mit zwei weiteren Sesselliften zur Bergstation des Champatsch-Skilifts (P.2783). Oben angekommen bereiteten wir uns auf die kurze Abfahrt vor. Es war saukalt und Elke hatte kein Gefühl mehr in den Finger, was sich durch eine kleine Schimpforgie ausdrückte. Dafür war die kurze Abfahrt über den N-Hang des Piz Champatsch ein Traum. Super leichter Powder. In der Ebene von Tiral angekommen hieß es wieder Board auf den Rucksack und Kurzski an die Füsse.

    Urs mit Pogo Skier Die Kälte nahm durch die starke Märzsonne zum Glück ab. Es folgte eine ca. 1 stündige Querung in nördlicher Richtung langsam aufsteigend in die Mulde zwischen den Ausläufern des Piz Tasna und der markanten Kuppe Muot (2705m). Die Querung war aufgrund des Neuschnees sehr anstrengend. Eine Gruppe mit einem Bergführer ließ uns den ganzen Weg spuren. Immerhin bedankten sie sich später.

    An der Kuppe Mot angekommen sahen wir, dass der komplette Gletscherhang und der Gipfelaufbau des Piz Tasna ziemlich verblasen waren. Ein kurzer Blick nach rechts zeigte uns aber einen traumhaften unverspurten Hang. Schnell schauten wir uns in unsere Karte, welcher Berg denn das sei. Sein Name Piz Davo Lais. Mit 3027m auch ganz imposant. Da der Hang viel verlockender als der des Piz Tasna aussah, planten wir kurzer Hand um und gingen nach rechts durch eine steile Mulde auf die S-Schulter und über den S-Grat auf den Gipfel. Die Aussicht oben war grandios: Ortler, Bernina, Piz Kesch, die komplette Silvretta etc...

    Nach kurzer Rast machten wir uns an die Abfahrt. Die Hänge waren immer noch unverspurt und so konnten wir die Abfahrt zurück zur Kuppe Mot ganz alleine genießen. Dort angekommen zweigten wir nach links in das Val Davo Lais zur Alp Era (2045). Auch diese Abfahrt war grandios (Vorsicht: Schneebretter!, nur bei sicheren Verhältnissen). Nach der Alp Era wurde es eher langweilig. Wir mussten den langen Weg nach Vna schieben, skaten und gehen. In Vna angekommen schummelten wir uns dann über die steilen Hänge zum am Inn gelegen Ort Ramosch. Dort angekommen mussten wir dann 1 Stunde auf den Bus zurück nach Scuol warten (Entfernung ca. 14km), was aber nicht so schlimm war, denn in der gegenüberliegenden Wirtschaft gab es eine schöne heiße Suppe (es war wieder sehr kalt geworden). Bei unserem Bus angekommen waren wir überglücklich und gingen nach einer "Stange" Bier schlafen.

    Leider hatten wir uns mangels ausreichendem Lichtschutzfaktors einen ziemlichen Sonnenbrand geholt. Am Rosenmontag ging es daher erst mal zur Apotheke. Der Gesundheit wegen legten wir dann einen Ruhetag ein. Wir verbrachten den Tag in den Cafes von Scuol und gingen anschließend in die Bäder von Scuol (4 Std. lang). Die Bäder sind ein Muss; man kann in riesigen Außenpools mit ständigen Blick auf die verschneite hochalpine Bergwelt faulenzen. Abends gingen wir dann noch Indisch essen (auch das gibt's in Scuol) und wieder früh ins Bett.

    Am nächsten Tag stand eine Tour auf den Piz Laschadurella an der Ofenpasstrasse an. Doch dazu ein anderes Mal!



    Bitte vorher über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.