| Tagestour: Piz Tasna |
Fasching 2000 verbrachten wir (Urs und Elke) im Unterengadin. Kurzentschlossen
fuhren wir mit unserem Bus (Standheizung!!) los. Wir übernachteten auf
dem Parkplatz der Skilifte von Scuol, etwas oberhalb der Stadt.
Am Sonntag ging es bei strahlenden Wetter und 50cm Neuschnee los. Zunächst
fuhren wir mit der Bahn und anschließend mit zwei weiteren Sesselliften
zur Bergstation des Champatsch-Skilifts (P.2783). Oben angekommen bereiteten
wir uns auf die kurze Abfahrt vor. Es war saukalt und Elke hatte kein Gefühl
mehr in den Finger, was sich durch eine kleine Schimpforgie ausdrückte.
Dafür war die kurze Abfahrt über den N-Hang des Piz Champatsch ein
Traum. Super leichter Powder. In der Ebene von Tiral angekommen hieß
es wieder Board auf den Rucksack und Kurzski an die Füsse.
Die Kälte nahm durch die starke Märzsonne zum Glück ab. Es
folgte eine ca. 1 stündige Querung in nördlicher Richtung langsam
aufsteigend in die Mulde zwischen den Ausläufern des Piz Tasna und der
markanten Kuppe Muot (2705m). Die Querung war aufgrund des Neuschnees sehr
anstrengend. Eine Gruppe mit einem Bergführer ließ uns den ganzen
Weg spuren. Immerhin bedankten sie sich später.
An der Kuppe Mot angekommen sahen wir, dass der komplette Gletscherhang und
der Gipfelaufbau des Piz Tasna ziemlich verblasen waren. Ein kurzer Blick
nach rechts zeigte uns aber einen traumhaften unverspurten Hang. Schnell schauten
wir uns in unsere Karte, welcher Berg denn das sei. Sein Name Piz Davo Lais.
Mit 3027m auch ganz imposant. Da der Hang viel verlockender als der des Piz
Tasna aussah, planten wir kurzer Hand um und gingen nach rechts durch eine
steile Mulde auf die S-Schulter und über den S-Grat auf den Gipfel. Die
Aussicht oben war grandios: Ortler, Bernina, Piz Kesch, die komplette Silvretta
etc...
Nach kurzer Rast machten wir uns an die Abfahrt. Die Hänge waren immer
noch unverspurt und so konnten wir die Abfahrt zurück zur Kuppe Mot ganz
alleine genießen. Dort angekommen zweigten wir nach links in das Val
Davo Lais zur Alp Era (2045). Auch diese Abfahrt war grandios (Vorsicht: Schneebretter!,
nur bei sicheren Verhältnissen). Nach der Alp Era wurde es eher langweilig.
Wir mussten den langen Weg nach Vna schieben, skaten und gehen. In Vna angekommen
schummelten wir uns dann über die steilen Hänge zum am Inn gelegen
Ort Ramosch. Dort angekommen mussten wir dann 1 Stunde auf den Bus zurück
nach Scuol warten (Entfernung ca. 14km), was aber nicht so schlimm war, denn
in der gegenüberliegenden Wirtschaft gab es eine schöne heiße
Suppe (es war wieder sehr kalt geworden). Bei unserem Bus angekommen waren
wir überglücklich und gingen nach einer "Stange" Bier schlafen.
Leider hatten wir uns mangels ausreichendem Lichtschutzfaktors einen ziemlichen
Sonnenbrand geholt. Am Rosenmontag ging es daher erst mal zur Apotheke. Der
Gesundheit wegen legten wir dann einen Ruhetag ein. Wir verbrachten den Tag
in den Cafes von Scuol und gingen anschließend in die Bäder von
Scuol (4 Std. lang). Die Bäder sind ein Muss; man kann in riesigen Außenpools
mit ständigen Blick auf die verschneite hochalpine Bergwelt faulenzen.
Abends gingen wir dann noch Indisch essen (auch das gibt's in Scuol) und wieder
früh ins Bett.
Am nächsten Tag stand eine Tour auf den Piz Laschadurella an der
Ofenpasstrasse an. Doch dazu ein anderes Mal!
Bitte vorher über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.