Tagestour: Namloser Wetterspitze (2553m)
Ausgangspunkt: An der Strasse Stanznach - Namlos, dort, wo der Fahrweg nach Fallerschein abzweigt. Wir kamen über Lermoos-Reute, Abzweigung Bichlbach

Höhenunterschied: ca. 1370m

Günstige Jahreszeit: Februar bis April

Hangrichtungen: Gipfelhang SW

Literatur

  • Dieter Elsner, Michael Seifert, Skitouren und Skibergsteigen Lechtal, Panico-Verlag


  • Karte: AV-Karte Lechtaler Alpen, Nr. 3/4


  • Text und Fotos by: Urs

    Aufstieg über Fallerschein

    Mit dem Snowboard ging's auf die bekannteste Skitour in den Lechtaler Alpen. Aber auch für Snowboarder ist diese Tour genial, da sich auf der Strecke wenig Flachstücke befinden. Lediglich die Strasse nach Fallerschein, muss man spät im Jahr meist zu Fuß gehen. Voraussetzung für diese Tour sind sichere Verhältnisse, insbesondere der Gipfelhang ist ziemlich rasant und nach SW ausgerichtet.

    Wir gingen die Tour am 1. Mai 2000, also ziemlich spät im Jahr. Daher mussten wir unsere Ausrüstung bis zum Ort Fallerschein zu Fuß tragen. Etwas nervig, insbesondere wenn man Snowboard und Kurzski tragen muss (Gehzeit 30-45 Min). In Fallerschein angekommen konnten wir aber endlich anfellen und los ging's. Zunächst liefen wir ein gute Stunde nur mäßig steil dahin, was sehr angenehm war. Wir konnten uns warmlaufen und hatten ausreichend Zeit zu ratschen (wer was wo in dem Ende nahenden Winter gemacht hatte). Schnee lag noch sehr viel, so dass wir nur zweimal kurz an aperen Stellen abfellen mussten. Wir liefen stets nach Süden ungefähr bis Talschluß, dann über westseitig ausgerichtete Mulden in das Joch unter dem Südwestrücken und dann über diesen bis auf den Gipfel (geht angeblich nicht immer). Das klingt alles leichter als es war. Wir mussten uns ziemlich schinden, denn es war schon ungewöhnlich warm und die Sonne brannte erbarmungslos. Mit unserer Skiern bzw. Splitboards brachen wir in dem steilen Gipfelhang auch öfters durch die Schneedecke. Zum Glück waren an den kritischen Hänge die Grundschneelawinen schon abgegangen. Dennoch wichen wir auf den bereits schneefreien schmalen Gratrücken aus und gingen dort zu Fuß weiter. Die letzten Meter zum Gipfel waren dann wieder ganz locker mit den Skiern zu bewältigen.

    Am Gipfel bot sich ein tolle Aussicht. Allerdings zogen im Westen bereits Gewitterwolken auf. Wir machten uns daher ziemlich schnell an die Abfahrt, die trotz der weichen Schneedecke uns Boardern ziemlich Spaß machte. Zum Glück hatten wir die Bretter am Vorabend noch einmal gut gewachst, so dass uns der faule Schnee nichts anhaben konnte. Hier zeigte sich mal wieder die Überlegenheit der Snowboards bei schlechten Bedingungen. Während sich die meisten Skitourengeher mehr schlecht als recht die Hänge hinuntermogelten, konnten wir doch schön krachen lassen - vorausgesetzt man fuhr mit ausreichender Rücklage. So kamen wir ziemlich schnell nach Fallerschein, liefen wie verrückt mit unserem ganzen Krempel die Strasse zu unserem Auto hinunter und schafften es noch, uns in windesheile umziehen bevor es wie aus Kübeln zu schütten begann. Der Winter war anscheinend vorbei und wir fuhren mit einem breitem Grinsen nach Hause. Eine tolle Tour. Wir werden wohl wieder kommen.



    Bitte vorher über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.