Tirol Tour
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Fünf Tage waren wir mit dem Snowboard-Team Tirol auf Tour, um in verschiedenen Tiroler Orten zu snowboarden. Die erste Etappe führte uns nach Fiss / Serfaus, Neustift/Stubaital, in die Axamer Lizum und nach Auffach/Wildschönau. On Tour waren Caro Ehrenstrasser und Christoph Egger. Beim SPC Camp in Hintertux trafen wir dann auch Tom "Beckna" Eberharter und Heidi Jaufenthaler. Die traumhaften Tage wurden von Georg Schantl bildhaft dokumentiert.

Langsam neigte sich die Wintersaison 1999/2000 und damit auch die erste Saison für das Snowboard-Team Tirol dem Ende zu. Jeder einzelne der fünf Tirol-Rider konnte für sich und für das Land Tirol zahlreiche Erfolge in dieser Zeit verbuchen. Bevor der letzte Schnee dahinschwand und die wohlverdienten Sommerferien begannen, stand noch ein Fotoshooting in Tirol auf dem Terminkalender.

Im Februar, als dieses Projekt fixiert wurde, war ein Teil der Team-Fahrer gerade in Übersee und konnte deshalb nicht mit eingeplant werden. Am Ende gaben Caroline Ehrenstrasser - frischgebackene Juniorenweltmeisterin in der Halfpipe - und Christoph Egger - Dritter der Juniorenweltmeisterschaft im Parallel GS - ihre Zusage für den Trip.

Der Termin wurde mit Ende März festgelegt, die Tour sollte in die Orte Fiss/Serfaus, Neustift im Stubaital und Auffach in der Wildschönau führen. Heftige Schneefälle zu Beginn der Woche ließen wenig Gutes hoffen, doch der Trip hätte bei jedem Wetter stattgefunden. Als das Wochenende näher rückte, traten die ersten Überraschungen auf...

Caro war in Norwegen auf einem Contest, hatte ihr Rückflugticket erst für den 3. April gebucht! Gut, nun galt es, die Snowboarderin nach Innsbruck zu holen, denn von Hotels über Liftkarten bis hin zum Mietauto war bereits alles organisiert. Ein Anruf genügte, und schon war ihr Flug umgebucht. An dieser Stelle ein Vergeltsgott an diese schnelle Travel Solution! Auch Caro war überglücklich, denn auf diesen 3-Tages-Trip hatte sie sich schon lange vorher gefreut!

Erste Etappe, Donnerstag, 30. März 2000

Erste Mission: Caro am Flughafen Innsbruck abholen. Alle Fluggäste sind bereits versorgt, nur Caro will nicht erscheinen. Nach gut 45 Minuten kommt sie endlich in die Halle - das Gepäck war nicht im Flugzeug und wird erst mit der nächsten Maschine in zwei Stunden nachgeliefert! Man verspricht uns, die Koffer würden nachgeschickt werden, also machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof, um Chistoph abzuholen, der bereits auf uns wartet.

Mit einem riesigen Karton und einer Menge neuem Burton-Material steht Christoph am Bahnhof. Das heißt, wir müssen unser Auto umbauen, einen Sitz herausnehmen, um mehr Platz zu schaffen. Der letzte im Bund, den wir noch verladen müssen, ist Georg, unser Fotograf. Er hat gerade ein Fotoshooting in Kamtschatka hinter sich und ist dementsprechend jet-lagged. Egal, wir haben Energie genug, um seinen kommunikativen Ausfall wettzumachen.

Nun ist es bereits so spät geworden, dass wir Caros Gepäck selbst am Flughafen abholen können. Noch ein letzter Stop an der Tankstelle, um Verpflegung zu organisieren, und dann geht's endlich los...

In scharfen Kurven schlängelt sich die Straße von Ried nach Fiss/Serfaus hinauf. Unser vollbeladene Bus meistert die Herausforderung bravourös und befördert uns rasch und sicher an unser Ziel. Die Uhr zeigt 23.30, als wir durch den Ort Fiss rollen. Nach einigen Dorfumrundungen ist unser Hotel gefunden, es liegt in unmittelbarer Nähe zur Liftstation. Nach den Formalitäten des Eincheckens begeben wir uns müde und in freudiger Erwartung auf unsere Zimmer. Caro und Christoph begutachten noch ihr neues Equipment und bereiten ihre Boards vor, doch bald wird es auch in deren Zimmern ruhig. Georg hat schon längst der Schlaf übermannt...

Freitag, 31. März 2000

Welch eine Überraschung! Strahlender Sonnenschein weckt uns an diesem letzten März-Tag und macht das frühe Aufstehen zum Genuss! Nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir uns gestärkt auf den Weg, um das Gebiet zu erkunden.

An der Talstation treffen wir Günther, Marketing Assistent der Bergbahnen, der uns willkommen heißt und uns die Liftpässe aushändigt. Jetzt sind wir vollständig ausgerüstet, und es kann endlich los gehen! Dass Fiss/Serfaus seit dem Zusammenschluss der zwei Gebiete eine Ausbreitung von stolzen 160 Pistenkilometern hat, wussten wir zwar, doch erst in der Gondel können wir uns von der überwältigenden Fläche überzeugen. Hoch in den Lüften öffnet sich uns der Blick auf die zahlreichen, verlockenden Hänge und Abfahrten.

Christoph hat auch sein Alpin-Board mit auf den Berg gebracht. Doch dieses sollte er nicht brauchen, denn den ganzen Tag lang fahren wir Powder-Hänge! Bei so vielen Möglichkeiten und dermaßen traumhaften Bedingungen fällt uns die Wahl schwer, wohin wir uns zuerst begeben sollen. Wir entscheiden uns für die sicheren, pistennahen Pulverhänge und genießen das Feeling, Ende März bei strahlendem Sonnenschein und Frühlingstemperaturen noch solche Hänge fahren zu können.

Nach einem wohlverdienten Mittagsstop zieht es uns schnell wieder auf die Piste, denn noch haben wir nicht alle Möglichkeiten erkundet. In den bewaldeten Hängen finden wir einige Naturjumps, auf denen uns Caro und Christoph ihre Freestyle-Künste vorführen. Für den Alpinfahrer Christoph begann wohl hier in Fiss/Serfaus ein neuer Lebensabschnitt, als er auf den Genuss des Freestylens kam...

Unsere zwei Snowboarder hat das Jump-Fieber gepackt! Schon zu fortgeschrittener Stunde finden wir die ideale Stelle für einen Kicker, denn der Landehang ist richtig schön steil mit viel Pulverschnee zugedeckt. Nur der Kicker fehlt! Also machen wir uns daran, einen Kicker zu shapen - womenpower ohne jegliche technischen Hilfsmittel, wohlgemerkt! Caro entjungfert den Kicker und den Pulverhang bei ihrer Landung - der Kicker ist genial! Auch Christoph springt, und beide gehen in ihrem Element auf. Sie können gar nicht genug davon bekommen, sich in den tiefverschneiten, kurzen Hang zu katapultieren.

Erst als uns ein Liftbediensteter plötzlich drängt, langsam Schluss zu machen, wird die Zeit wieder ein Thema. Es ist bereits 16.30 Uhr, und die Lifte schließen bald. Stress! Schnell packen wir unsere Sachen, schnallen die Boards an und begeben uns ein wenig wehmütig zum Schlepplift. Dank des freundlichen und zuvorkommenden Personals wurde uns ein Fußmarsch zurück auf den Gipfel erspart. Ein letztes Foto bei Sonnenuntergang, ein letzter Blick auf das traumhafte Panorama und dann geht's schon wieder ins Tal hinab.

Überglücklich, dass wir so etwas gemeinsam erleben durften, genießen wir die wirklich allerletzten Sonnenstrahlen und begeben uns auf einen Abschiedstrunk ins "Marende", wo - trotz früher Stunde - schon die Post abgeht.
Es ist schon dunkel, als wir uns auf die Weiterreise nach Neustift im Stubaital begeben, wo wir den morgigen Tag auf dem Gletscher verbringen werden.

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Bitte vorher über die Lawinensituation informieren. Sicherheitsausrüstung mitnehmen. Bike & Board übernimmt keine Verantwortung bei Unfällen.